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Black Midi – Live im Kampnagel, Hamburg

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Schlagenheim“ von Black Midi war ein spektakuläres, ungewöhnliches Debüt aus dem Nichts. Aber echt nicht einfach verdaubar.

Umso überraschender die Menge an „Suche Ticket“ Zetteln vor dem Kampnagel. Komplett ausverkauft. Das KMH fasst 250 Leute, und das reicht nicht! Es gibt Hoffnung für anspruchsvolle alternative Musik.

Davor erstmal Scalping. Noch ganz frisch, erst eine EP veröffentlicht. Strobes von hinten, große psychedelische Videowand. Die Band nur Schemen gegen das Licht.

Die fünf Jungs aus Bristol knallen ab dem ersten Takt. Bass und Gitarre zerren, was die Effekte hergeben. Elektronische Beats und das Schlagzeug wetteifern.

Darüber legen sie elektronische Blips. Techno-Punk vom feinsten. Schräger Sound in Symbiose mit geradliniger Musik.

Sie blasen das Publikum förmlich hinten zur Türe raus. Dafür also der riesige Berg Ohrstöpsel am Einlass. Kaum zu glauben, dass sie „nur“ die Vorband sind.

Umbaupause, Vorhang vor Bühne, große Spannung. Es wird eng vor der Bühne.

Vorhang auf, keine wirkliche Überraschung. Schlagzeug steht rechts am Rand. Die Bühne ziemlich leer. Drei Verstärker-Türmchen mit Gitarre/Bass davor. Fast sakral anmutend. „I Kissed A Girl“ von Katy Perry vom Band. Logisch, was sonst.

Die vier sehr jungen Briten kommen. Visuell mittig die beiden Gitarristen. Geordie Greep in 80er Jeans mit Strickpullover, Matt Kwasniewski-Kelvin mit Australier Stetson. Auch das Auftreten klar gegen den Strom.

„953“ schiebt an. Ohrenstöpsel machen immer noch Sinn. Ein akustisches Hin- und Her. Wechselbad aus Harmonie und Zerstörung. Auf den Punkt gebrachte Wechsel.

Im Untergrund immer die für sie so typische Melodie mitgeschleppt. Perfektion im Spiel, viel Bewegung auf der Bühne. Publikum gibt’s nicht. 110% Aufmerksamkeit für die Musik. Die einzige Show gilt dem Sound.

Ohne eine einzige Ansage treiben sie das Publikum von Track zu Track durch das Album. Wahre Gewitter aus Noise brechen herein. Unterstützt von massiven Strobes von hinten. Das Licht genauso agil wie der Sound.

Die spitzen Gitarrenstöße von „Near DT,MI“ erzwingen die maximale Aufmerksamkeit des Abends. Die vier erzeugen Musik, um sie dann arrhythmisch zu zerlegen.

Ganz großes Kino: Morgan Simpson am Schlagzeug. Optisch an den Rand geschoben der beeindruckendste Beitrag. Knochentrocken, brutal intensiv und akkurater als eine Maschine.

Stampft einen in den Boden, im nächsten Augenblick hochkomplexe Jazz Percussion. Sitzend, stehend, zappelnd. Perfektion mit gefühlvoller Wucht.

Dazu der Gesang, hauptsächlich von Bassist Cameron Picton. Sprechgesang mit Tonvariation. Nölig, poetisch, quietschig, widerspenstig schön.

Jeder für sich alleine ins Spielen vertieft. Trotzdem funktionieren sie als Einheit. Alle zusammen sind der aufeinander abgestimmte Spirit von black midi.

Sie schonen sich selber genauso wenig wie die Ohren des Publikums. Selten haben Handtücher und Unmengen Wasserflaschen soviel Sinn gemacht wie auf dieser Bühne.

Schublade gibt es keine. Oder alle. Progressive Rock, Math Rock, Post-Punk, Noise-Rock. Jazz-Rock. Alles blitzt auf, aber nichts bleibt bestehen. Aktiv hören ist angesagt, ernsthafte und durchaus anstrengende Kost. Nichts für nebenbei.

Selbstverständlich ist es vorbei, wenn alle Stücke gespielt sind. Keine Zugabe, kein Heischen nach Applaus. Keine Attitüde. Oder eben starke Attitüde? Einzig die Instrumente werden beim Abgang wieder sakral an die Verstärker gestellt.

Schade für alle, die nicht mehr reingekommen sind.

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