Get Well Soon haben gestern ihre neue Single „There’s Waldo“ inklusive Lyricvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „Minus The Magic“, das am 22. Mai via Scarlet Beast Records erscheint.
Waldo wurde immer gesucht – und jetzt hat er sich selbst gefunden: Get Well Soon melden sich mit „There’s Waldo“ und dem neuen Album „Minus The Magic“ zurück.
Mit „There’s Waldo“ wagt Songschreiber und Multiinstrumentalist Konstantin Gropper etwas Ungewohntes: einen bewusst abstrakten, bedeutungsoffenen Text.
Inspiriert von Jugendhelden wie Kurt Cobain (Nirvana) oder Stephen Malkmus (Pavement), die beide für ihre kryptischen Lyrics bekannt waren, experimentierte er mit der sogenannten Cut-Up-Technik des Schriftstellers William S. Burroughs – Gedanken, Sätze und Wörter wurden gesammelt und per Zufall montiert.
Das Ergebnis überrascht ihn selbst: „Tatsächlich ist es fast mein Lieblingstext auf dem Album geworden. Weil er mich selbst überrascht und immer neue Bedeutungen annehmen kann.“
Zentrale Frage des Songs: „Am I Waldo?“ – eine schöne Referenz auf die bekannte Wimmelbuchreihe, kombiniert mit dem englischen Ausdruck „Hiding in plain sight“, für den es bekanntlich kein gutes deutsches Pendant gibt.
Zwei Jahrzehnte Katalog, alle Alben seit „Vexations“ (2010) in den deutschen Top 20 – und jetzt, nach vier Jahren Pause, gleich zwei neue Alben in diesem Jahr.
„Minus The Magic“ kommt dabei mit einem unerwarteten Geständnis: „Dieses Album handelt von der Mitte des Lebens“, erklärt Gropper. „Und es richtet sich an Menschen mittleren Alters.“
Das ist ehrlich, fast schon mutig – und irgendwie auch erfrischend uneitler als das, was man von einem Künstler erwarten würde, der einst als deutsches Wunderkind gefeiert wurde.
Damals, 2008, wollten Regisseure wie Wim Wenders oder Detlef Buck seine Musik für ihre Filme, und 2013 co-produzierte er mit Casper das Chartalbum „Hinterland“.
Seither haben Get Well Soon ihren Klangraum konsequent erweitert. Zum letzten Album „Amen“ (2022) schrieb MusikBlog im Review: „Musik zwischen Synth-Pop, Krautrock, Dream-Pop oder wunderbarem French-House“ – und das war längst nicht alles.
Parallel dazu lieferte Gropper Soundtracks für Netflix- und Disney+-Produktionen wie „How To Sell Drugs Online (Fast)“ oder „Achtsam Morden“. „Ich habe mich immer selbst damit herausgefordert, mich nicht zu wiederholen“, sagt er. Hört man.
Wer sich von „There’s Waldo“ ein Bild machen möchte: Es gibt ein Lyricvideo zum Song – gefilmt und inszeniert von Philipp Käßbohrer. Gropper rennt darin im Zwielicht zwischen Gewächshäusern, während der Liedtext groß eingeblendet wird. Stimmungsvoll, ein bisschen rätselhaft – genau wie der Song selbst.
