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Ben Watt – Storm Damage

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Ben Watt komplettiert eine beachtliche Album-Triologie, die er seit seiner Rückkehr als Solokünstler 2014 mit „Herda“ begonnen hat. Er strebt dabei so konsequent wie nie zum Futurismus und vergisst doch nie den Schulterblick auf seine folkloristische Vergangenheit.

Zusammen mit seiner Ehefrau Tracey Thorn hat er bei Everything But The Girl vielleicht die größeren Meriten geerntet, aber nicht ganz so viel Mut bewiesen wie jetzt auf „Storm Damage“, wenn er mit elektrisch infizierten Rhythmen die Ruhe nach dem Sturm einfängt.

„Balanced On A Wire“ und „Summer Ghosts“ sind zum Auftakt getragen von einer radioheadschen Melancholie, nur Watts Stimme ist weniger abseitig, als es die pulsierenden Schwingungen darunter glauben machen wollen.

Jedes seiner Worte will Gewicht haben und wirkt gesättigt mit der Weisheit eines 56-Jährigen. „Retreat from the ties that bind“, singt er bestimmt auf einem Album, das aus einer intensiven Zeit persönlicher Qualen und politischer Wut heraus entstand sei, musikalisch aber nie aus der Fassung gerät.

Er verzichtet auf die Doppelgitarren-Ansätze seiner beiden Vorgänger und verlagert den Schwerpunkt auf Klavier, Kontrabass und hybride akustisch-elektronische Drums, die sich in „You’ve changed, I’ve changed“ regelrecht der Schwelgerei preisgeben und Watt mit Sätzen wie: „Love is one long breath“ das lange Ausatmen zelebriert.

Und dann ist da noch sein weit verzweigtes Netzwerk zu geschätzten Kollegen, dessen er sich immer wieder mit Bedacht bedient. Auf dem Vorgänger „Fever Dream“ war es Marissa Nadler, die „New Years Grace“ veredelte – den vielleicht besten Songs des Albums.

Dieses Mal gewinnt er Alan Sparhawk von den Slow-Core-Meistern Low, zu dem Watt seit 15 Jahren eine enge Freundschaft pflegt, und mit dessen Unterstützung er jetzt den schönen Leisetreter „Irene“ aufgenommen hat. Von Sparhawk kommen E-Gitarre und Harmoniegesang, von Watts Stimme die Liebebekundungen.

Gerade in solch beatlosen Momenten offenbart sich ein Album, das an der Oberfläche ähnlich demütig ausfällt wie Paul Wellers jüngster Soloausflug. Darunter variieren die Stile von R’n’B bis Folk und transformieren in „Sunlight Follows The Light“ sogar zur kunstvollen Leichtigkeit von Arcade Fire.

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