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Kinderzimmer Productions – Todesverachtung To Go

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„Es kommt in Wellen“ – bezüglich des verbreiteten Hangs zur Wiederaufnahme musikalischer Aktivität kann davon nicht die Rede sein, eher von dauerhaft auflaufenden Wasser, welches Künstler nach Jahren der Versenkung nach oben spült.

Diese Worte kündeten jedenfalls neues Material der Ulmer Hip-Hop-Querulanten Kinderzimmer Productions an, die damit ihr erstes Lebenszeichen nach über einer Dekade, prominent unterstützt von Fettes Brot, Flo Mega und Fantasma Goria, platzierten und mit dem schlingernden Stück klar machten: „Aggressionsmanagement“ funktioniert auch 2020.

Leicht haben es Textor und Quasi Modo mit ihrer Interpretation vom deutschsprachigen Rap nie jemandem gemacht. Seit Gründung durch die Höhen und Tiefen der hiesigen Sprechgesang- und Sample-Szene gegangen, war ihr Hybrid aus Hip-Hop und Jazz an vielen Stellen zu speziell, nicht hookig genug, um nennenswert zu charten.

Die Sprache zwischen intellektueller Ironie und dem Wortgefecht auf Schlagdistanz zu sperrig, um slogan-tauglich zu sein. Aus ihrer Nische heraus regierten Kinderzimmer Productions jedoch über jeden Zweifel erhaben, verdienten sich eine Menge Credibility.

Befremdet vom einheimischen Genre-Bild Ende der Nuller-Jahre verabschiedete sich das Duo mit einem orchestrierten Abgang, bis Henrik von Holtum und Sascha Klammt vor zwei Jahren beschlossen, den gemeinsamen Faden wieder aufzunehmen und nun mit „Todesverachtung To Go“ das achte Band-Kapitel geschrieben haben.

Kaum ist der Stecker wieder drin, reiten Textor am Schallaufnehmer und Quasi Modo an den Reglern eine „Attacke“, die klingt, als wären die beiden nie vom Netz gegangen.

Die Loops von „Bäng“ machen die Rolle rückwärts, schleift hier Schlagwerk über die Beats wie ein Zombie das halbe Bein hinter sich her zieht, klimpert das Klavier in einer Zeitschleife, fliegen gekonnt Streicher durch das Bild.

Das Pendel zwischen Funk-Bass, Gefiepe und Gekrache macht die Platte zu keiner für Kinderzimmer Productions-Einsteiger, basteln die Protagonisten ihre Tracks gegen jeden Strich, schlängeln sich die Wortketten – „Ich bin ein Meister meines Faches/das macht den Mic-Check obsolet/ ich weiß das dieses Mikro geht“ – durch dissonante Arrangements.

„Todesverachtung To Go“ zieht unbeirrbar seine Furche neben der Zeitgeistkompatibilität. Wer mit so viel positiver Arroganz unterwegs ist, darf auch im Darkroom das Licht anmachen.

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