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Liam Gallagher – Live im Palladium, Köln

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„Ihr bekommt euer verdammtes Geld zurück“, polterte Liam Gallagher angeblich vergangenen Mittwoch in Hamburg, als er nach nur vier Songs sein Konzert vorzeitig abbrechen musste.

Das lag aber nicht, wie sonst gerne mal im Hause Gallagher, an Prügeleien oder sonstigem Rockstar-Gehabe, sondern an entzündeten Stimmbändern. Dementsprechend groß ist nach einigem Bangen die Freude eine knappe Woche später in Köln, dass die Kortison-Spritze eines Arztes anscheinend Wunder gewirkt haben muss, und Liam Gallagher so pünktlich um 21:00 Uhr die Bühne des Palladiums betritt.

Feiern lassen hat der 47-Jährige sich schon immer gerne und in dieser Hinsicht bildet auch der heutige Abend keine Ausnahme. Die richtige Einstimmung hat er sich selbst mitgebracht und so laufen – kurz nachdem die Lichter ausgehen – Manchester-City-Fangesänge vom Band ab, bevor zu „Rock’n’Roll Star“ als Opener bereits die ersten Bierduschen per fliegendem Becher verteilt werden.

Dass dieser fast 26 Jahre alte Oasis-Klassiker stimmungsmäßig in einer anderen Liga brodelt als die folgenden Songs von Gallaghers aktuellem Solo-Album „Why Me? Why Not.“ versteht sich von selbst. Doch Liam hat sich anscheinend daran gewöhnt und lässt sich von dem Stimmungswechsel nicht stören, sondern fordert das Publikum sogar heraus.

„Wenn ihr singen könnt, dann steigt doch im Refrain mit ein“, lädt er die Zuschauer bei den ruhigeren Tönen von „For What It’s Worth“ ein, die seiner Bitte überraschend textsicher nachkommen.

Als Belohnung hagelt es mit „Morning Glory“, „Columbia“ und „Stand By Me“ gleich drei Oasis-Klassiker, bei denen auch ohne Einladung jedes Wort sitzt. Selbst der miese Sound im Palladium kann diese Euphorie nicht schmälern.

Nach einer kurzen Beschimpfung der Lichter, die dem Briten anscheinend eine Nummer zu hell eingestellt sind – aber ehrlich, wer bräuchte auch mehr als die ikonische Silhouette mit Händen in den Taschen und hochgerecktem Kinn – verliert Gallagher auch ein paar freundlichere Worte, als er mit Bonehead einen Oasis-Wegbegleiter der ersten Stunde auf der Bühne begrüßen darf.

Als Gallagher sich mit „Live Forever“ als letztem Song des regulären Sets von der Bühne verabschiedet, schwellen die Liam-Chöre, die konsequent nach jedem einzelnen Song des Abends eingeworfen wurden, auf Maximallautstärke an.

Herr Gallagher lässt sich nicht lange bitten. Zu „Acquiesce“ werden die Lyrics des Refrain an der großen Leinwand hinter der Bühne eingeblendet:

„Because we need each other / We believe in one another / And I know we’re going to uncover / What’s sleepin’ in our souls”. Zeilen, denen es in Zeiten des Brexits an Interpretationsspielraum nicht mangelt.

Nachdem mit „Roll With It“ und „Supersonic“ die Stimmung nochmal eskaliert, und man sich auch in den hinteren Reihen nicht mehr vor ungewollten Bierduschen sicher sein kann, lenkt Gallagher mit einer etwas eigenwilligen Klavierversion von „Champagne Supernova“, die leider ihr Gitarren-Solo vermissen lässt und gerade in den Höhen Gallaghers Stimmprobleme doch nicht ganz verschleiern kann, den Abend Richtung Ende.

Zu einem Song lässt er sich doch nochmal vorlocken. Nach der zweiten Zugabe „Cigarettes & Alcohol“ verlässt Liam Gallagher, der mittlerweile auch noch die Kapuze seines dunklen Regenmantels aufgesetzt hat, demonstrativ als Letzter die Bühne.

Vorher badet er mit erhabenem Blick und hochgerecktem Kinn in seinem Applaus. Er sei ihm gegönnt.

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