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Circa Waves (Credit Katy Cummings)

Circa Waves – Sad Happy

Der Clown auf dem Cover von „Sad Happy“ ist unentschlossen. Ein weinendes Auge, aber ein aufgemaltes Lächeln. Was denn nun? Sad oder Happy?

Circa Waves machen einfach beides. Nachdem sie zu Beginn des Jahres bereits ihre sieben „Happy“-Songs veröffentlicht haben,  erscheint mit ihrem vierten Album nun auch die zweite Hälfte des Projekts, die neben besagten Titeln auch die sieben „Sad“ Songs enthält. Klingt ziemlich klischeehaft – ist es auch.

„Jacqueline“ ist der perfekte Opener und erinnert an die goldenen Zeiten des Indie-Pop. Up-Beat-Schlagzeug trifft eingängiges Gitarren-Riff und dazu gibt es einen Refrain, der hauptsächlich aus einem, beziehungsweise zwei Worten besteht:

„Jaqueline, oh“. Einfacher kann einem das Mitsingen auf den Tanzflächen gar nicht mehr gemacht werden.

„Move To San Francisco“ kommt eine Spur gelassener daher und beginnt mit frischen Klavierakkorden und lässigen Fingerschnipsern, bis schließlich Bass und Gitarre einsteigen und den Song unverkennbar in eine Indie-Hymne bei herunter gekurbelten Fenstern verwandeln, bevor es in einer Strophe sogar Bruce-Springsteen-Referenzen hagelt und spätestens damit der Roadtrip-Flair perfektioniert wird.

Über Songzeilen wie „It seems the world has gone to shit again / So pack your bags we’re leaving soon / I heard they’re selling flights to the pink moon” lässt sich in Zeiten von Klimawandel streiten.

Der Titeltrack fungiert als achter Song als Übergang zur zweiten „traurigen“ Hälfte von „Sad Happy“. Der hört man ihre Traurigkeit zumindest nicht sofort an.

Zwar beginnt „Wake Up Call“ mit einem mollig anmutenden Klavier, die darauffolgenden Synthies sind aber eher tanz- als weinbar. Wer näher hinhört, der kann jedoch Kieran Shudalls Lyrics die nötige Portion Depression entnehmen.

„Sympathy“ macht es einem da schon einfacher und hüllt seine Traurigkeit in kaum mehr als simple Gitarren-Akkorde.

„Train To Lime Street“ ist der ungewöhnlichste Song. Ganz ohne Lyrics erforschen Circa Waves neue Klangwelten, die unter anderem aus Gesprächen, Klingeln und Bahnhofsgeräuschen bestehen und am ehesten zum Meditieren einladen.

„Sad Happy“ hält also gewissermaßen, was der Titel versprechen lässt. Ihre Pop-Affinität, die Circa Waves bereits auf ihrem letzten Album, das gerade mal zehn Monate alt ist, ausgelebt haben, führen sie auch auf dieser Platte konsequent weiter.

Überraschungen gibt es demnach keine. Wer sich also damit zufrieden gibt, seine Musik in so simple Kategorien wie „Sad“ und „Happy“ einzuteilen, dem sei dieses Album ans Herz gelegt. Wem das zu banal ist, der halte sich lieber fern.

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