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Sleaford Mods (Credit Rough Trade Records)

Sleaford Mods – All That Glue

In Zeiten, in denen Menschen regieren, über deren Dummheit man nur den Kopf schütteln kann, ist politische Musik wichtiger denn je. Eine solche Platte hat jetzt Sleaford Mods mit „All That Glue“ vorgelegt.

Auf dieser verarbeitet sie in elektro-punkiger Manier die Probleme der Arbeiterklasse der Insel und verschafft so denen Gehör, die auf der sozialen Leiter ganz unten stehen.

Die 22 Tracks des Albums sind ein Potpourri aus Greatest Hits, bislang unveröffentlichten Songs, B-Sides und Raritäten. Und auch auf ihrer bereits 12. LP hört man deutlich heraus, dass die Band ihre Inspiration von verschiedensten musikalischen Genres bezieht.

Assoziationen zu sozialkritischem Hip-Hop werden ebenso geweckt wie der Gedanke an unterschiedliche Post-Punk-Künstler – wie schon der Name der Band vermuten lässt, stellt auch die Mod-Subkultur der 1960er bis 80er-Jahre einen wichtigen Einfluss dar.

Legte man es darauf an, ließe sich das Album aber wohl am eindeutigsten in die Sparte von Punk beziehungsweise Oi einordnen. Und wie im Punk üblich, nimmt Frontsänger Jason Williamson kein Blatt vor den Mund:

Mit wütendem Sprechgesang verleiht er seinem Zorn, welcher sich nicht selten in Kraftausdrücken und Beleidigungen manifestiert, Ausdruck. Gegen das reiche, ignorante Unternehmertum, das seine Arbeiter ausnimmt („Fizzy“, „B.H.S.“) wird dabei genau so gepöbelt wie gegen Politiker („McFlurry“).

Der stumpfe Alltag ist auf „All That Glue“ ein wiederkehrendes Motiv und damit auch dessen Perspektivlosigkeit – mit allen Nebenwirkungen wie beispielsweise Alkoholismus und Depressionen („Jobseeker“).

Dabei sind die Texte, in breitestem Dialekt vorgetragen, aber nie resignierend oder selbstmitleidig – im Gegenteil: Sie strotzen vor Aggression und dem Wunsch nach Veränderung.

Diese progressive Message wird durch die musikalische Untermalung der Texte noch weiter unterstrichen. Für diese ist des zweite Bandmitglied, Produzent und DJ Andrew Fern, zuständig. Die treibenden Drumbeats und der pulsierende Bass bleiben auf den meisten Tracks des Albums zwar minimalistisch, sind aber dennoch emotional ebenso aufgeladen wie die Lyrics.

Dieses Zusammenspiel aus Simplizität und Wut, aus sozialkritischem Gedankengut und mitreißender Geschwindigkeit macht „All That Glue“ zu einem Album, das gleichermaßen wichtig und unterhaltsam ist.

Übrigens, die beiden stehen euch für Fragen zur Veerfügung. Einfach via WhatsApp eine (Voice-)Nachricht an 0044 79 5818 0599 (nicht vergessen den eigenen Namen in der Nachricht zu nennen) schicken, eine Frage mit dem Hashtag #AskModsAnything posten oder die Frage unter den Ask Mods Anything-Postings auf dem Facebook oder Instagram-Profil der Band stellen.

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