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Haiyti (Credit Paul Spengemann)

Haiyti – Sui Sui

Wenn Künstler aus einem ursprünglich anderem Genre sich plötzlich immer mehr dem Pop annähern, ist das oft erfrischend und rückt den immer noch als Mainstream verschrienen Stil in ein anderes, vielleicht sogar progressiveres Licht.

So ist es bei vielen Indie-Künstlern im vergangenen Jahrzehnt passiert, doch auch bei Rappern ist die Vermischung immer beliebter. Auch Haiyti durchweicht ihre derberen Sounds von „Montenegro Zero“ und den anderen Vorgängern auf ihrem neuen Album mit Pop.

„Sui Sui“ könnte auch Zuhörer fesseln, die mit Rap sonst nichts am Hut haben. Schon mit der Vorabsingle und gleichzeitigem Opener „WHDDZT“ (kurz für: „Was hast du damit zu tun“) ließ Haiyti erahnen:

Auf dem vierten Album ändert sich musikalisch einiges. Der Song hängt in der Schwebe zwischen lässig und catchy, macht aber trotz der ungewohnten Vibes Lust auf mehr.

Und in gewisser Weise zieht sich diese Stimmung wie ein roter Farben durch „Sui Sui“. Die Beats sind unaufgeregt, aber nicht träge und geben sich nur selten Ausreißern hin.

Auch die Lines rappt, beziehungsweise singt Haiyti oftmals geradliniger und packender: Ihre Stimme setzt sie noch melodischer ein als auf ihren bisherigen Veröffentlichungen und sorgt mit Autotune für die Kirsche auf der Sahne.

Mit Veysel, Albi X und Shqiptar präsentiert die Hamburgerin, die mittlerweile in Berlin lebt, außerdem starke Kollaborationspartner, die sich aber niemals zu sehr in den Vordergrund drängen.

Das Gefühl, alleine zu sein, Drogenromantik, aber eben auch wie einsam die Rauschmittel letztendlich machen können, besingt Haiyti auf „Sui Sui“ und gibt damit möglicherweise persönliche, möglicherweise fiktive Einblicke.

Besonders gegen Ende werden die Tracks zunehmend ernster und spannender. „Ruf mir ein Taxi nach Paris denn ich war noch nie verliebt, erfüll‘ mir alle meine Dreams“, heißt es im catchy „SR&Q“ in Anlehnung an Felix De Luxe, während der Song sich wohl am stärksten am Element Autotune bedient und dazu Gitarrenklänge einbindet.

Rap und Pop funktionieren einfach so gut zusammen.

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