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Jonas David (Credit Norman Tebel)

Jonas David – Goliath

Manchmal schwirren Ideen lose im Kopf herum und können sich erst in einem Moment der Stille sinnig zusammenfügen. So ähnlich muss es Jonas David gegangen sein, als er mitten im Kreativprozess für neue Songs steckte.

Im Herbst 2019 hat er sich dann nach Sizilien zurückgezogen, um die Songskizzen, die er über längere Zeit angesammelte hatte, in ein Gesamtwerk zu verwandeln. In dieser Zeit ist „Goliath“ entstanden.

Ein Album, das zahlreiche Einflüsse vereint und doch einer geraden, manchmal auch zerbrechlichen Linie folgt. Der Songwriter lässt sich Vergleiche mit Bon Iver und Ben Howard wahrscheinlich nur zu gerne gefallen – und das muss er wohl auch.

Denn obwohl Synthesizer oder Folk-Einflüsse bei David keine Hauptrolle spielen, steckt doch einiges beider Künstler in seiner Musik. Da wäre zum einen der Mut zu Experimenten und zum anderen die immer wieder deutlich spürbaren Emotionen.

Schon der Opener „Stacles“ birgt eindrucksvollen Schichten und eine gewisse Hymnenhaftigkeit, welche „Goliath“ und vielleicht auch David als Künstler prägen. Der Fokus liegt bei ihm zwar auf der Gitarre, sein Sound ist aber so viel lebendiger als das längst bekannte Saitengeklimper von Liedermacherkollegen.

Mit Piano und sanften Drums („Scari“) bewegt der Sänger sich auf Pop-Spuren und lässt in seinen Songs vor allem die Gefühle sprechen.

Mit „Every Thing“ und „Sorri“ wird es auf dem zweiten Album von Jonas David noch einmal so richtig fragil. Sprachliche Brüche von deutscher auf englischer Sprache („Every Thing“) und sanfte Blasinstrumente („Sorri“) geben hier den Ton an. Besonders herzerweichend ist die oft wiederholte Zeile „Du hast alles was du wolltest von mir“.

Viel heiterer wird es in den insgesamt zehn Songs auf „Goliath“ auch nicht mehr. Davids wandelbarer und somit mal sanfter und mal dynamischer Gesang erzählt die Geschichten von Liebe, Kummer und Veränderung auf die wohl schönste Weise. Und zwar auf eine spürbar ehrliche.

Und das versüßt nicht nur den anfänglichen Herbst, sondern trifft auch in eine zeitlose Kerbe.

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