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Hope – Navel

Gezupfte Gitarre, unterlegt von minimaler Elektronik und sehr viel Stille. „I want soberness, I want my truth…it is easy to lie to you“. Sechs Jahre Geduld haben sich gelohnt. „Navel“, das zweite Album von Hope.

„Klavierskizze“ eröffnet die Platte noch viel fragiler als das Konzert letzte Woche. Der Gesang schwebt zerbrechlich über sich verdichtendem Minimalismus. Je weiter das Stück läuft, desto minimaler und intensiver.

„Untied“ bringt Beat ins Spiel. Subtile Energie statt Tanzfläche. Langsam und konsequent bauen die vier einen Teppich auf. Zurückhaltend und intensiv zugleich. Percussion schnell, komplex, versteckt im Hintergrund.

“Navel”, das Titelstück. Unerfüllte Sehnsucht in der Stimme. „If my pain resolves your pain. Revolves my pain. Resolves. If your pain resolves my pain. Resolves your pain. Resolves your sighs. Get what you need.” Unendlich saugt die Stimmung in schwarze Tiefen.

Die dunkle Eintönigkeit von „Osmosis“ wirkt dagegen fast befreiend und erleichternd.

„Shame“. Aller menschlichen Emotionalität im Inhalt zum Trotz eine Einladung. Wolkig einlullende Keyboards zum Reinfallen-Lassen und Mitwippen. Verlangt nach Endlos-Loop.

„Solace“ springt auf den gleichen Zug auf. Eher Wehmut als Trost, der Sog bleibt bestehen. Scheinbar neu abgemischt – der Sound vielfach voller und wärmer als im Single-Release vor drei Jahren.

„Fractals“ kommt etwas lebensbejahender daher. Percussion und Keyboards ergänzen sich perfekt.

„Iron“ etwas kantiger, der Teppich darunter flauschig dicht.

„Miles“ beendet die Platte etwas zurückgezogen.

Alles wie gehabt. Alles anders. Die dunkle Stimmung folgt dem Debütalbum konsistent. Der vordergründige Noise ist wegreduziert, aber wettgemacht durch intensivierte Tiefe. Bedrohlichkeit verwandelt in Zurückgezogenheit.

“Navel” ist vordergründig einfacher und schmeichelnder, weniger angriffslustig. Hintergründig komplexer und trotz vermeintlicher Leichtigkeit deutlich dichter.

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