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lilabungalow (Credit Christian Seeling)

lilabungalow – Lichten

Für „Peace To Gold“, Nachfolger vom 2012 erschienenen, gleichnamigen lilabungalow-Debüt, hatte Patrick Föllmer um sich herum längst ein erfolgreiches Band-Line-up formiert und sein überwiegend isolierte Werkeln früher Tage abgeschafft.

Das ist fünf Jahre her, inzwischen ist er wieder in den Ein-Mann-Modus zurückgekehrt, bedient der Erfurter Multiinstrumentalist heuer sein Equipment wie eingangs seiner Musikerkarriere allein und schlägt mit seiner dritten Platte dennoch ein ganz neues Kapitel auf.

Die Zäsur vollzieht sich sprachlich – das Album ist komplett auf Deutsch verfasst – und musikalisch, denn die indie-lastigen Songstrukturen von einst sind neuen, elektronischen Klängen gewichen, die trotz ihrer weitgehender Dominanz Platz für klassisches Instrumentarium lassen wie etwa der sanftmütigen Trompete.

Allerdings standen vor der Arbeit am ambitionierten Nachschub grundsätzliche Fragen im Raum wie zum Beispiel die nach der Notwendigkeit, sich nicht auf Englisch auszudrücken, und warum ausgerechnet lilabungalow dazu berufen sein sollte, eine entsprechende Platte anzubieten.

Antworten fand Föllmer auf einer „Wohnzimmertour“, das beiwohnende Auditorium ließ ihn auf Nachfrage und nach wissenschaftlicher Analyse des 529fachen Feedbacks wissen, dass seine Arrangements in der Lage sind, Verbindungen zwischen Menschen zu knüpfen.

„Lichten“, will nun „ans Licht bringen“ worauf diese Schnittmengen möglicherweise basieren, beschreibt der Protagonist aus der Perspektive des sensiblen Beobachters wertungsfrei den Zeitgeist und eine Gesellschaft, in deren „Buntschatten“ die Berührungspunkte für ein aufmerksames Publikum zu finden sind.

Eingebettet sind die Berichte von Orten „Wo Die Liebe Nicht Wohnt“ in Collagen aus Synthesizern, werden Stimme und Töne durch Sampler geschickt, um die am anderen Ende Schemenhaftes in einen Komplex aus Jazz, Funk und Pop zwischen Experiment und Tanzbarkeit zu verwandeln.

Die Tracks von „Lichten“ ergeben zusammen ein konventionsloses Kammerspiel, dessen „Zeitschleifentricks“ zum Trojaner für die damit transportierten Worte werden.

Von der Wirkung der Stücke konnte und kann man sich in Form einer Kollaboration Patrick Föllmers mit zwei Visual-Artists überzeugen, die Musik und Bild in eine 3-dimensionale Bühnenperformance am Theater Erfurt verwandeln.

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