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Bob Mould (Credit Blake Little Photography)

Bob Mould – Blue Hearts

Seit Alternative-Ikone Bob Mould mit „Workbook“ aus dem langen Hüsker-Dü-Schatten trat, sorgten seine gut ein Dutzend Solo-Platten und die legendäre 1992er Sugar-Großtat „Copper Blue“ für Druck vom Plattenteller und für Wirbel im Hörergewissen.

Auf „Blue Hearts“ vertont der Wahl-Berliner ein Stimmungsbarometer, in dem die „American Crisis“ (Titel der ersten Single, deren Einnahmen bis Anfang Juni in die OutFront Minnesota und an das Black Visions Collective flossen) seines Heimatlandes nur einer von vielen globalen Hot-Spots ist, gegen die sich die Wut der Akkorde formiert.

Nach knappen akustischen Einstieg mit „Heart On My Sleeve“ geht es direkt zur Sache, knüppelt „Next Generation“ mit voller Mouldscher Breitseite und dem Hinweis an die angesprochene Bevölkerungsgruppe, dass nicht weniger als ihre Zukunft und das Leben Freiheit auf einem bewohnbaren Planeten auf dem Spiel steht, aus den Boxen.

Die laut Urheber „the catchiest batch of protest songs I´ve ever writtten in one sitting“ knüpfen thematisch wenig an das letzte, lichtgeflutete, „Sunshine Rock“-Album an. Der 80s-Zeitzeuge Mould beackert die Parallelen zwischen den Polit-Jahren seines Karrierebeginns und den Zuständen von heute in mehrheitlich wenig mehr als zwei Minuten kurzen Tracks.

Gemeinsam mit Schlagzeuger Jon Wurster und Bassist Jason Narducy und der Unterstützung seines Langzeit-Co-Workers Beau Sorenson im Electrical Audio Studio in Chicago aufgenommen, mischen sich in den 14 Kapiteln aktuell-gesellschaftliche und persönliche Komponenten zu Brand-Songs mit wenig Harmonien, dafür umso mehr Entschlossenheit.

Vom „Angriff der Gegenwart (auf meine übrige Zeit)“ berichteten einst Blumfeld, auch bei Bob Mould ist dieser Prozess in vollen Gange, wie man in „Ever“ und „The Ocean“ erfährt und selbst wenn „Forecast The Rain“ einmal nicht in den Moshpit bittet, bleibt die Sorge vor dem Kommenden präsent.

Am Ende von „Blue Hearts“ ist wahrscheinlich, dass der Protest des Bob Mould, so laut und energisch als Sprachrohr der Nicht-Einverstandenen verfasst, von der Mehrzahl der Adressaten ungehört verhallen wird.

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