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Groove Armada (Credit David Titlow)

Groove Armada – Edge Of The Horizon

Freunde der elektronischen Tanzmusik fiebern wahrscheinlich schon seit einer ganzen Weile diesem Moment entgegen, jetzt ist es endlich soweit: Groove Armada präsentieren nach langjähriger Studio-Alben-Flaute endlich ihre neue Platte „Edge Of The Horizon“.

Die angestaute Vorfreude hat einen guten Grund, denn in der letzten Dekade hat das Duo nicht viel von sich hören lassen. Neben ein paar EPs (zuletzt 2014 „Pork Soda“) und der Veröffentlichung „Little Black Book“, die eine Mischung aus LP, Remix-Scheibe und Compilation ist, hielten sich die beiden Briten ziemlich zurück.

Für „Edge Of The Horizon“ sind sie nach eigener Aussage zurück zum Ursprung gegangen. Das beziehen Andy Cato und Tom Findlay vor allem auf ihre Herangehensweise, denn über die neue Platte sagen sie, dass es dieses Mal keinen großen Masterplan gegeben hätte, es gab nur zwei Kerle, die in einem Kellergeschoss die Musik machten, die sie lieben – manchmal 24 Stunden am Stück.

Das hört man: Einerseits merkt man „Edge Of The Horizon“ an, dass da wirklich Menschen am Werk sind, die das, was sie tun, lieben. Man kann sich förmlich vorstellen, wie das Duo auch auf dieser Platte wieder die diverse Einflüsse (dieses Mal u. a. aus Yacht-Rock und Italo-Disco), mit scharfen Blick fürs Detail in ihre Tracks einbinden und dabei auch mal einen ganzen Tag so fanatisch am Arbeiten sind, dass sie die Zeit vergessen.

Auf der anderen Seite lässt das Album wirklich ein bisschen einen Masterplan vermissen, der die 11 Stücke trägt und verbindet. Der Opener „Get Out On The Dancefloor“, auf dem auch Nick Littlemore von Empire Of The Sun zu hören ist, will dem Titel nach zum Tanzen motivieren, klingt durch seinen abgedroschenen Beat aber so unzeitgemäß und sogar ein bisschen trashy, dass man lieber sitzenbleibt.

Dass sie mehr drauf haben, beweisen Groove Armada dann aber mehrfach: „Holding Strong“ und „Don’t Give Up“ zum Beispiel überzeugen durch ihren warmen Sound, die Lead-Single „Lover 4 Now“ ist ein weiteres Highlight, das deutlich unaufdringlicher als der erste Song zum Tanzen motiviert und dabei noch gute Laune macht.

Bei „Edge Of The Horizon“ weiß man allerdings nie so genau, was für eine Platte man da jetzt vor sich hat – eines für die Tanzfläche, für die Afterhour oder für das einsame Heraufbeschwören sonniger Ibiza-Momente in kalten Tagen?

Das Gesamtbild des Album wirkt so etwas inkohärent, obwohl es auf jeden Fall Momente hat, die bestechen.

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