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Annie (Credit Hildegunn Waerness)

Annie – Dark Hearts

Mit dem Einsatz von Synthesizern kann man scheinbar immer noch nichts falsch machen und wirklich jeden Song damit bereichern. Allerdings ist das Instrument mit elektronisch bis futuristischem Sound hier und da vielleicht zu oft zum Einsatz gekommen.

Beispielsweise in nostalgischer 80s-Kulisse. Spätestens seit dem Soundtrack der Erfolgsserie „Stranger Things“ wurde der wummernde, repetitive Synthie-Sound regelmäßig kopiert. Auch die norwegische Sängerin Annie könnte ihre Inspirationen von der Hintergrundberieselung der Serie schöpfen. Ihr neues Album „Dark Hearts“ birgt jedenfalls einiges von der gleichen Sound-Ästhetik.

11 Jahre lang hat sie sich seit dem Erscheinen von „Don’t Stop“ Zeit gelassen, um nun ihr drittes Album fertigzustellen. Sie selbst beschreibt „Dark Hearts“ als „Soundtrack zu einem Film, der nicht existiert“ und unterstreicht damit nicht nur die „Stranger Things“-Theorie, sondern beschreibt ihr neuestes Werk damit sehr passend.

So erzählt „Dark Hearts“ zwar eigene Geschichten und lässt sich auch zu sehr deutlichen Pop-Momenten hinreißen, wie beispielsweise im catchy „The Streets Where I Belong“, welches auch aus der Feder der Dum Dum Girls stammen könnte.

Allerdings sind es dann doch die düsteren, lang ausgebreiteten und eher atmosphärischen Klänge, die dem Album von Annie seinen Charakter verleihen. Die Vorabsingle „American Cars“ mit typischen „Stranger Things“-Wummern ist dafür wohl ein besonders gutes Beispiel.

Mit Produzenten Stefan Storm hat sich die Sängerin aus Trondheim außerdem einen Synth-Experten mit ins Boot geholt. Er ist eigentlich Teil des Duos The Sound Of Arrows, dessen Sound für ähnliche langgezogene Elektro-Spielereien steht.

Schmückt man diese Grundlage noch mit Annies anmutendem und sanften Gesang aus, entsteht feinster Pop zum Träumen. Allerdings werden diese Momente auf „Dark Hearts“ auch auf teilweise irritierende Weise abgeschwächt.

Während „The Bomb“ zu hektischen House-Einflüssen greift, wird „Mermaid Dreams“ vor allem von Sprechgesang und düsteren Tönen dominiert.

Wer das getrost ignorieren kann, wird sich trotzdem in den atmosphärischen Tiefen von „Dark Hearts“ wohlfühlen. Und zwar auch ohne grundsätzliche Vorliebe für Musik mit Synthesizern.

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