Fotos – Auf zur Illumination!

Berlin-Neukölln, irgendwann im letzten Jahr: Von der Außenwelt weitestgehend abgeschnitten und nur umgarnt von eigenen Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten, stürzt sich Fotos-Sänger Tom Hessler in die Arbeit.

Statt den Corona-Lockdown kreativ blockiert auszusitzen, beginnt der Frontmann mit dem Schreiben neuer Songs. Drei Monate dauert die musikalisch in alle Richtungen oszillierende Isolation. Dann trifft sich Hessler mit seinen Bandkollegen, um das Festgehaltene in Form zu gießen.

Nun liegt das Ergebnis auch beim Fan daheim auf dem Tisch. “Auf Zur Illumination!”, so der Titel des neuen Studioalbums, ist ein wabernder Trip, vollgepackt mit esoterischen Melodien und hypnotischen Strömungen.

Inspiriert vom markanten Psychedelic-Sound der Sechziger und Siebziger Jahre, skizziert die Band ein atmosphärisches und geheimnisvolles Klangbild. Der Titel des Openers ist Programm. Das “Rauschen”, in all seinen musikalischen Formen und Farben, begleitet den Hörer bis zum finalen “Weisse Wellen”-Ritt.

Hessler besingt Träume, Hoffnungen und offene Wunden. Mit klarer Stimme thront der Sänger über monotonen Geräuschspuren. So richtig zugänglich wird es nur ganz selten.

Der Song “Meise” beispielsweise “hat keinen Refrain, keine “Hook”, er will nichts vom Zuhörer, außer ihn vier Minuten in eine Story entführen, die jeder kennt, der keinen Bock mehr hat zu liefern”, erklärt Hessler.

Viel besser kann man auch den Rest des Albums nicht in Worte fassen. “Auf Zur Illumination!” ist nichts für Musikliebende mit ausgeprägtem Bewegungsdrang.

“Auf zur Illumination!” ist auch nichts für Leute, die Musik im Vorbeigehen konsumieren, oder die sich in erster Linie und vor allem an zugänglichen Harmonien und gängigen Songwriting-Strukturen erfreuen.

Welchen Menschen das neue Werk der Fotos aber definitiv ein großes Lächeln ins Gesicht zaubern wird, sind Anhänger von psychedelischem Soundgeriesel, das von Anfang bis Ende keinem vorgefertigtem Konzept folgt, sondern stets und ausschließlich den Moment zelebriert.

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