Negative FX, die Band, deren Name Ausschlaggeber für den Bandnamen NOFX war, löste sich bereits auf, bevor NOFX sich gründeten. Und das, obwohl die Punkrock-Veteranen mittlerweile schon seit 38 Jahren im Geschäft sind.

„Single Album“ ist das 14. Studioalbum der Kalifornier und vereint in extrem guter Balance Altbekanntes mit Neuem. „Neues“ meint damit natürlich nicht bahnbrechende, musikgeschichtliche Experimente und – zum Glück – machen NOFX auch nicht plötzlich EDM oder Popmusik.

Sie bleiben ihren Wurzeln treu, verankern auf „Single Album“ aber ungewohnt oft einen melancholischen Unterton in ihren Songs – der ihnen sehr gut steht. Das machen sie gleich zu Beginn klar, denn der Opener „The Big Drag“ ist genau einer dieser Songs.

Klar, ein dreckiges Gitarrenriff fehlt hier nicht, aber das große Losgepresche, zu dem man sich im Moshpit so schön die Haare raufen kann, bleibt über die gesamten fast sechs Minuten aus. Allein das ist schon ein Statement:

Als Punkrocker einen knapp Sechsminüter als Auftakt zu wählen. Dazu Zeilen wie „Ashes to ashes after / The planet crashes (…) We don’t have very much more time“.

Es geht teilweise düster zu auf „The Single Album“. Aber eben nicht nur. Denn bereits zwei Songs später liefern NOFX mit „Fuck Euphemism“ genau das, worauf die meisten Fans hoffen dürften:

Schnellen Punkrock, der innerhalb von guten zwei Minuten alles zerlegt, was nicht festgenagelt ist. Dazu eine der gewohnt eingängigen Melodien, die man bereits während des ersten Hörens mitgröhlen kann.

So ist „Single Album“ in gewisser Hinsicht ein Wechselbad der Gefühle, denn immer wieder wechseln sich die altgeliebten Punkrockhymnen mit den nachdenklicheren Tönen ab. „Fish In A Gun Barrell“ zum Beispiel versprüht eine Portion Reggae-Vibes und statt den altbekannten Trompeten-Soli darf hier zur Abwechslung ein Saxophon die Hauptrolle spielen.

Und zum Abschluss – wer hätte das gedacht – schafft es mit „Your Last Resort“ (Okay, schnell den Papa-Roach-Einwurf „Put my life into pieces“ ausstellen) sogar eine Piano-Ballade auf „Single Album“. Zumindest die ersten achtzig Sekunden, denn ganz ohne Eskalation verabschieden wollen NOFX den Hörer doch nicht und packen so die Quintessenz von „Single Album“ zum Abschluss in einen Song.

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