Faraway Friends – Rain Is Coming

Kunst und Wohltätigkeit gehen nicht selten Hand in Hand. Auch in der Popmusik hat das bereits geklappt. Berühmte Beispiele sind wohl Bob Gedolfs „Do They Know It’s Christmas“ oder „We Are The World“ von dem Projekt USA For Africa.

Auch bei den Faraway Friends geht es darum, Musik für den guten Zweck einzusetzen, wenn auch nicht mit ganz so prominenten Künstlern an Board. Das Album „Rain Is Coming“ beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Wasser – und wurde passenderweise von dem Label von Viva Con Agua veröffentlicht, die sich für sauberes Trinkwasser einsetzen.

Die Idee zum Projekt Faraway Friends ist 2019 während eines Besuchs von Wasserprojekten der Organisation entstanden. Die musikalischen Köpfe dahinter sind die indische Songwriterin Ditty, der österreichische Produzent David Raddish sowie der deutsche Rapper Keno Langbein von Moop Mama.

Die verschiedenen Einflüsse der drei Künstler sind auf „Rain Is Coming“ deutlich hörbar. Hier geht es weniger darum, den ultimativen Popsong zu kreieren, sondern mehr um Sounds, Stimmungen und Inhalte. Und so beginnt das Intro mit dem Element, das auf dem Album die Hauptrolle spielt: Wasser.

Prasselnde Regengeräusche, sanftes plätschern und schließlich fließendes Wasser eröffnen das Album, bis Poetry-Slam einsetzt. Im darauffolgenden Titelsong verwandelt sich diese naturnahe Soundkulisse schnell in ein elektronisches Gerüst. Während Keno einige Passagen rappt, erinnert Dittys Einsatz an M.I.A. Der Funke springt trotzdem nicht über.

Ähnlich ergeht es auch „Spring“, das ebenfalls von Natur- und Wassergeräuschen untermalt wird. Ditty, Xylophon-Töne und ein sanfter Beat bilden hier das Grundgerüst, das leider von experimentellen Einwürfen immer wieder unterbrochen wird.

„Rain Is Coming“ muss wohl eher als das gesehen werden was es ist: als Kunstprojekt, aber leider nicht als Garant für nachhaltige Hits. Die drei Künstler arbeiten teilweise mit Gegensätzen, legen den Fokus auf Geschichten über Wasser und Wasserknappheit, verlieren dabei aber die Stimmigkeiten der Musik aus dem Auge.

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