Seit dem Indie-Rock-Hit „Chelsea Dagger“ von 2006 ist inzwischen viel Zeit vergangen. Für The Fratellis ging die Zeit aber scheinbar rückwärts. Statt Indie spielen sie auf dem neuen Album „Half Drunk Under A Full Moon“ Soft-Rock wie aus den Sechzigern.

Von der dreckigen und verschwitzten Garage steigen sie in schicken Anzügen auf die glitzernde Bühne eines Tanzabends. Statt lautem „tadada tadada“ gibt es sanfte „lalalas“. Und anstatt mitzugröhlen und herumzuhüpfen, werden hier die Feuerzeuge in die Luft gehalten.

„Every good man cried/ Each and every one had that look upon their face/ Like the ’60s just died“, singt Jon Fratelli im Titeltrack. Das ist ja offenbar nicht passiert, wie das schottische Trio mit ihrer sechsten Platte zeigt.

Mit dem Song „Half Drunk Under A Full Moon“ gibt es einen emotionalen, fast märchenhaften Einstieg ins Album, gefolgt von sanften Love-Songs, wie „Need A Little Love“ oder Balladen, wie „Strangers In The Street“.

Mit „Lay Your Body Down“ gibt es auch Country-Anspielungen und mit Tracks wie „Action Replay“ laden The Fratellis zu einem romantischen Slow Dance ein. Mit dem Rausschmeißer „Hello Stranger“ verabschiedet sich die Band schließlich und beendet den Abend.

Mit Hall auf der Stimme, Harpsichords, Streichern und Blasinstrumenten klingt „Half Drunk Under A Full Moon“ wie eine glatt produzierte Soft-Rock-Platte. Manchmal ist man wirklich nicht sicher, ob das neue Album nicht eine wiedergefundene Platte aus den 60ern oder 70ern ist.

Der Sound lässt an The Bee Gees, The Beach Boys oder auch mal an Elton John und ABBA denken. Da ist es nur passend, dass die drei Musiker aus Glasgow vor kurzem auch Baccaras Disco-Klassiker „Yes Sir, I Can Boogie“ gecovert haben.

The Fratellis zeigen sich hier von einer anderen Seite und überraschen mit ihrem neuen (oder alten?) Sound bestimmt den ein oder anderen Fan. Interessanterweise muss man aber sagen, dass ihnen das Ganze ziemlich gut steht.

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