DOTA – Wir rufen dich, Galaktika

„Ich rufe dich, Galaktika!“ Dieser Satz ist in der Puppenserie „Hallo Spencer“ immer dann gefallen, wenn die Dorfbewohner eine gute Fee herbeirufen, die ein Problem im Runddorf lösen soll. Die Puppen in der Serie, die übrigens nicht zum Muppet-Universium gehört, rufen die Fee allerdings bei jeder Kleinigkeit.

Die Sängerin Dota, ehemals Kleingeldprinzessin, hätte ihr gegenüber ein weitaus größeres Anliegen und widmet dem Ruf mit „Wir rufen dich Galaktika“ direkt den Titel ihres neuesten Albums.

„Wir haben Mist gebaut“ ist das trockene Fazit im Titelsong der Platte. Der Klimawandel lässt sich nicht wegdemonstrieren, das sieht auch Dota ein. Ihr sanfter Gesang und die lockeren Elektro-Spielereien im Hintergrund hüllen das Thema in eine federleichte Hülle.

Die Sängerin wünscht sich in der Klimakrise eine einfache Lösung – die Hilfe einer Fee. Noch am Ende des Songs erfolgt aber die Ernüchterung: Galaktika wird – anders als in der Serie „Halle Spencer“ – wohl nicht kommen und die Situation retten.

Auch „Ich bin leider schuld“ setzt sich mit der Klimakrise auseinander. Im eher holprigen Rhythmus wird Dota von sanften Saitengeräuschen begleitet und zählt ironisch auf, dass sie sich ja gewünscht hatte, dass es wärmer wird.

Inwiefern sie Situationen kritisch beäugt, ihre Songs Satire oder eben doch völlig ernst gemeint sind, ist dabei nie so recht eindeutig. Klar ist nur: Die Songs von Dota werden immer auch von einem Augenzwinkern begleitet.

In „Bademeister_in“ besingt sie zum Neue-Deutsche-Welle-Beat die Tatsache, dass eine Bademeisterin genau so gut ihren Job erledigen könne wie der männliche Kollege. Nur würde ihre Berufsbezeichnung sich gegendert eben nicht so gut reimen.

Die Inhalte mögen auf „Wir rufen dich Galaktika“ im Vordergrund stehen. Allerdings hält Dota nach wie vor die schwierige Balance zwischen musikalisch und lyrisch hochwertigen Momenten aufrecht. Ihre Songs sorgen nicht für experimentelle oder innovative Überraschungen, bleiben aber auf einem eingängigen und mitreißendem Niveau.

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