Matt Sweeney And Bonnie ‘Prince‘ Billy – Superwolves

„Chinese Democracy“ ist niemandem wegen der Musik in Erinnerung geblieben, sondern viel mehr als geflügelter Begriff für endlos aufgeschobene Projekte. Ganze 17 Jahre haben z.B. Guns N’Roses für den Nachfolger von „Use Your Illusion I + II“ gebraucht.

Betrachtet man den zeitlichen Aspekt, macht „Superwolves“ besagtem Album Konkurrenz. Denn auch Matt Sweeney und Bonnie ‘Prince’ Billy haben sich 16 Jahre Zeit gelassen, um ihrem gemeinsamen Debüt „Superwolve“ ein Geschwisterchen zu bescheren.

Allerdings gibt es dann doch einige Unterschiede zu Guns N’Roses und das sind nicht die ausgebliebenen, leeren Versprechungen und der mangelnde Trubel, sondern allem voran die musikalische Qualität des lang erwarteten Nachfolgers.

Dabei war keiner von beiden faul, sondern lediglich vielbeschäftigt. Wer sich einen Überblick über den Backkatalog von William Oldham alias Bonnie ‘Prince’ Billie verschaffen will, sollte sich für die nächsten Tage sonst nichts vornehmen. Und auch Gitarrist Matt Sweeney hatte seine Finger bei allerhand im Hand, wie unter anderem bei dem letzten Run-The-Jewels-Album “RTJ4“.

Umso erfreulicher, dass die beiden trotzdem Zeit für erneutes, gemeinsames Schaffen gefunden haben. Denn es gibt wenige Musiker, die so gut harmonieren, wie Sweeney und Billie. Und genau das ist der Kern von „Superwolves“: Sweeneys Gitarren, die sich in Perfektion mit Billies Stimme verweben, ergänzen und herausfordern.

Während das verquere „Hall Of Death“ mit bunter Instrumentierung etwas aus dem Rahmen fällt, besinnt sich ein Großteil der Songs auf das Wesentliche.

Songs wie „Good To My Girls“ oder „Shorty’s Ark“ beweisen nicht nur, dass Sweeney und Billie Meister ihres jeweiligen Metiers sind, sondern auch, wie wenig es eigentlich braucht, um einen gelungenen Song zu kreieren: Gesang und Gitarre umspielen und verweben sich mit einer unanfechtbaren Selbstverständlichkeit.

Besonders herausragend ist das gut sechsminütige „I Am A Youth Inclinded To Ramble“ – ein Cover einer traditionellen Folk-Ballade – das zurückhaltend beginnt, gegen Ende jedoch mehr und mehr aufbricht und mit psychedelisch angehauchten Gitarreneinwürfen Vergangenheit zu einer schöneren Zukunft verschmelzen lässt.

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