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Sleater-Kinney – Path Of Wellness

Sleater-Kinney zum Zehnten. Ihrer Duo-Premiere merkt man den Weggang der Schlagzeugerin Janet Weiss, die bekanntlich nach Fertigstellung des Vorgängers „The Center Won`t Hold“ die Band nach fast zweieinhalb Jahrzehnten im künstlerischen Unfrieden verließ, im ersten Hörgang nicht an.

Corin Tucker und Carrie Brownstein bündeln auf „Path Of Wellness“ die Tugenden aus 27 gemeinsamen Jahren, setzen dabei nur noch äußerst begrenzt auf jene experimentelle Komponenten, die auf der letzten, von Annie Clark aka St. Vincent produzierten, Platte präsent waren.

Erstmalig unter selbstbestimmten Produktionsverhältnissen, spielten Sleater-Kinney mit einigen Profi-Musikern inmitten der Quarantäne-Wirren und den Black Lives Matter Protesten des vergangenen Jahres in Portland ein bodenständiges Indie-Rock Album ein, dessen roter Faden die Verzahnung von Lead- und Rhythmus-Gitarren der Protagonistinnen bleibt, obwohl der Druck ihrer Ex-Drummerin an der einen oder anderen Stelle dann doch ein wenig fehlt.

Viele der grummelnden Post-Punk-Riffs werden, ähnlich denen auf dem wütenden Reunion-Werk „No Cities To Love“, zusammen mit dem energischen Gesang zu Brandreden wider der Verhältnisse.

Manche der 11 Songs bekommen, wie im Vorfeld „Worry Without You“, mit coolen Hooks Hit-Appeal verpasst, mit „Tomorrow`s Grave“ ist ein sperriger Track eingepreist, während sich „No Knives“ oder „Bring Mercy“ Zeit für gedämpftere Töne nehmen.

Dass sich die Riot-Grrrls von einst dato, wo „Riot“ eher Krawall-Tourismus denn Protest mit Attitüde bedeutet, weiter bissig mit dem bröselnden Zustand Amerikas, für den die besungene “Shadow Town” exemplarisch stehen könnte, auseinandersetzen, versteht sich. Dass dabei ihre Standpunkte adäquat zum eigenen Werdegang differenzierter ausfallen, ohne sich zu kompromittieren, ebenso.

Ihre Themen reichen von dem „Complex Female Characters“- Blick hinter die Fassade der Gendergleichheit, wo alles beim Alten geblieben scheint, bis zur ewig jungen Sehnsucht nach nachhaltiger gesellschaftlicher Veränderungen, wird in den neuen Tracks diesmal aber auch verhältnismäßig viel Persönliches eingearbeitet.

Das 2021er Sleater-Kinney-Update lässt keine Frage nach ihrer Relevanz offen und bestätigt: von der Band aus Olympia/Washington gibt es einfach keine schlechten Platten.

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