Deafheaven – In Blur – Neues Video

Deafheaven präsentieren ihre neue Single “In Blur” samt Musikvideo. Der Track ist bereits die dritte Auskopplung des kommenden Albums “Infinite Granite”, das am 20. August via Sargent House erscheint.

Bereits mit den ersten beiden Vorboten “Great Mass Of Color” im Juni und “The Gnashing” im Juli machte die Band aus San Francisco deutlich, dass ihre Reise weg vom markanten atmosphärischen Black Metal voller Geschrei und Blastbeats der ersten Alben und hin zu verträumtem Shoegaze und weiträumigem Postrock führt.

“In Blur” ist da keine Ausnahme, erinnern die verwaschenen Gitarrenwände ohne Verzerrung, aber mit dröhnendem Hall und der mythisch angehauchte Klargesang passend zum Songtitel an kosmisch wirkende Soundlandschaften von Slowdive und Ride.

Bombastische Ausbrüche sind nicht mehr vertreten, vielmehr brodelt der Song theatralisch unter der Oberfläche – was dem Sound des Quintett eine neu gefundene emotionale Intensität verleiht, die nicht auf Härte und Aggressivität baut.

Passend zum verschwommenen Song wirkt das Video von John Blackburn wie von einer alten VHS-Kassette abgespielt und deshalb körnig und verzerrt.

Zu sehen sind abwechselnd junge Leute an einem sonnigen Tag im Pool und auf einer Veranda, die Band selbst, die gedankenverloren ihren Song spielt, und Frontmann George Clarke, der mit einem schweren Beutel auf dem Rücken durch einen tristen Wald läuft, bis er die Spitze eines Bergs erreicht.

“Infinite Granite” wird Deafheavens fünftes Album sein. Der Vorgänger “Ordinary Corrupt Human Love” von 2018 war laut MusikBlog-Review bereits ein erster Vorbote dafür, dass der Genre-Hybrid “Black-Gaze”, der die Band von Anfang an ausmachte, vor einer Dekonstruktion steht – allerdings noch nicht völlig fallen gelassen wurde: “Kein einziger Song auf dem Album beginnt im Tumult expressionistischen Kehlgesangs. Stattdessen dürfen klare Gitarren oder das Piano die Lieder eröffnen. Wie eine dunkle Vorahnung sorgt das Bewusstsein darüber, dass die atmosphärischen Grundgerüste der einzelnen Songs zu jeder Zeit in ein Soundgeflecht umbrechen könnten, das mitsamt übersteuerter Gitarren und melodielosem Gesang emotionale Brachialgewalt vertont.”

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