Amyl And The Sniffers – Comfort To Me

Die australischen Krawall-Punker Amyl And The Sniffers setzen ein zweites Album auf und sich mit dem Arsch in dein Gesicht. „Stop fucking me up“, statt „Comfort To Me“! Ausgerechnet die Zeile aus „Sniffey“, dem langsamsten Stück der Platte, wäre der treffendere Titel gewesen.

Vor zwei Jahren war das Debüt des Quartetts bereits ein wildes Vergnügen aus Dosenbier-Punk und Riot-Grrrl Exzentrik. Dieser unbeugsame Wahnsinn hat jetzt Methode, er kanalisiert die Rebellion kompakter, mit etwas mehr Melodie. Das macht ihn nur noch schmutziger.

Die Vierer-Bande aus drei Vokuhila-Typen und ihrer Anführerin Amy Taylor klingt nach einem so rustikalen, kompromisslosen Haufen, er würde das Benzin aus einem liegen gebliebenen Pickup schläucheln und ihn damit anzünden.

Da hilft es auch nicht, dass der Frontalangriff in Form von Sängerin Taylor in „Security“ beschwört: „Security, will you let me in your pub/ I’m not looking for trouble, I’m looking for love/ I’m not looking for harm, I’m looking for love/ Will you let me in your heart, heart/Will you let me in your pub.”

Bei ihrer Sturm-&-Drang-Argumentation und dem schnoddrigen Garage-Punk wird ihr das kein Türsteher der Welt abkaufen. Eher noch: “I am still a smart girl if I’m dressing slutty”. Intelligenz würde ihr bei der Geschwindigkeit ihrer Argumente auch der dümmste Security-Mann nicht absprechen.

Wegen ihrer überdrehten, clever-konfrontativen Art wurde Amy zuletzt von den Viagra Boys und Sleaford Mods um Kooperationen gebeten – beides Bands, die nur zu gut wissen, wie man auf einem beißenden Sound und spitzen Vokabeln mit der Tür ins Haus fällt.

Allein das Cover von „Comfort To Me“ bleibt eine Zumutung, die sich nicht zur Antihaltung entzerren will.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Wir unterstützen die lokalen Musikszenen und vor allem kleinere Bands und Nachwuchs-Künstler*innen. Hilf auch du uns dabei mit einem kleinen monatlichen Beitrag.