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Billy Talent – Crisis Of Faith

Billy Talent sind mit ihrem 23 jährigen Bestehen zwar mittlerweile ins Alter gekommen, doch ihre Musik wirkt jung wie eh und je. Benjamin Kowalewicz, Ian D’Sa und Aaron Solowoniuk haben über Generationen hinweg die jungen Menschen auf Festivals, Partys und mit stetig neuer Musik begeistert.

Mit “Crisis Of Faith” erscheint nun ihr mittlerweile sechstes Studioalbum. Und wie auf fast jedem Album klingen Billy Talent auch wieder aggressiv und hart, immer gepaart mit fast poppigen Melodien.

Entwickelt hat sich der Sound von Billy Talent im Laufe der Jahre jetzt nicht so stark, aber die Experimentierfreude ist umso mehr gewachsen. Schon der Opener “Forgiveness I+II”, welcher schon 2019 als Single erschienen ist, hat solch eine Power, dass man gefühlt den erstbesten Mosh-Pit aufsuchen möchte – der klassische Billy-Talent-Sound eben.

Der groovige Riff und der sehr markante Bass am Anfang machen deutlich, dass die Kanadier nichts verlernt haben. Rhythmisch passiert enorm viel, gleichzeitig ist der Refrain sehr melodisch. Doch gegen Ende des Songs ändert sich die Grundstimmung komplett und sphärische, Pink-Floyd-eske Klänge und Bläser kommen zum Einsatz.

Weiter geht es mit einem weiteren bekannten Song: “Reckless Paradise”. Der Song strotzt nur so vor Dynamik. Nun erfahren wir auch, was es mit dem Albumtitel auf sich hat: “Stuck in a crisis without conscience trapped in a place I don’t belong / There’s no more heroes left to believe in“. Es ist schon fast zur Tagesordnung geworden, dass bei vielen Songs von Billy Talent eine ordentliche Portion Gesellschafts- und Regierungskritik mitschwingt.

Die Powerballade “I Beg to Differ (This Will Get Better)” stimmt dagegen eher “ruhige” und poppige Töne an. Auch “Reactor” und “The Wolf”, welches an System Of A Down erinnert, bringen das neue Album erstmal in eine ruhige Richtung.

Doch spätestens mit dem punkigen “Judged” oder “Hanging Out With All The Wrong People“ ist der Puls wieder oben. Die Basslines und Punk-Pop-Riffs zeigen alle Vorzüge des nordamerikanischen Punks – Direktheit, Verspieltheit und Experimentierfreude.

“End Of Me” ist wahrscheinlich ein Parade-Stück von musikalischer Kooperation. Kein geringerer als Rivers Cuomo von Weezer hat sich die Ehre gegeben, der Einladung von Billy Talent zu folgen, um auf dem neuen Album mitzuwirken:

„Für uns schließt sich damit ein Kreis. Wir haben Weezer seit dem “Blue Album” bewundert und sind Fans. Bevor wir einen Titel hatten, hieß dieser Song ursprünglich “Hendrix+Weezer”, daher lag es praktisch auf der Hand, dass wir Rivers fragten, ob er darauf mitsingen will. Wir sind stolz auf den Song und sehr glücklich, dass Rivers ein Teil davon ist.“, sagen Billy Talent.

Lediglich “One Less Problem” wirkt irgendwie unscheinbar auf dem neuen Album – und macht gefühlt seinen Namen alle Ehre, wenn man bei “For You” angekommen ist. Dieser Song ist nicht nur der letzte auf dem Album, sondern zeigt eine Vielfältigkeit auf, die man nur selten von Billy Talent zu sehen bekommt – Country-Elemente gepaart mit Pop, Rock und Punk.

“Crisis Of Faith” ist ein solides Album – mehr sogar: die vier Kanadier stellen ihren letzten Longplayer “Afraid of Heights” (2016) deutlich in den Schatten und besinnen sich wieder zurück auf alte Zeiten.

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