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Cat Power – Covers

Naheliegend, dass zu den Songs, die für ein Cover-Album ausgewählt werden, eine ausgeprägte Bindung besteht. Insofern wird die Auswahl, die Cat Power dato präsentiert, vermutlich auf ähnlichen Beweggründen fußen, wie sie Dave Gahan kürzlich als Einschlusskriterien für das aktuelle Soulsavers-Werk „Imposter“ nannte.

Auch Chan Marshall dürfte sich beim Vortrag ihrer Fremdkompositionen-Kollektion zu Hause fühlen, wird sie doch mit „Covers zu singen, ist eine sehr angenehme Art, etwas zu tun, das sich für mich ganz natürlich anfühlt, wenn es darum geht, Musik zu machen.“ zitiert.

Dass sie sich darauf versteht, ist nicht erst seit Rihannas auf die Knochen sezierten „Stay“ auf dem zuletzt erschienenen Album „Wanderer“ bekannt, legte das ehemalige Chanel-Model mit „The Covers Record“ und „Juke Box“ bereits ganze Longplayer voller Herzstücke auf.

Darauf wurden u.a. Janis Joplin, Hank Williams, Bob Dylan und The Velvet Underground interpretiert, auf der jetzigen Ausgabe sind Stücke aus der Feder von Iggy Pop, Bob Seger oder The Pogues, deren „A Pair Of Brown Eyes“ ihr Favorit ist, an der Reihe.

In Eigenregie entstanden, werden die Songs gewohnt empathisch und respektvoll auf Cat-Power-Ebene transformiert, bleiben die neuen Arrangements in ihrer Instrumentierung sachlich, die Melange aus Indie-Folk, R&B und elektronischen Einflüssen aus der „Sun“-Zeit zielführend und der – wie üblich mit emotionalen Amplituden haushaltende – Gesang prägend.

Frank Oceans „Bad Religion“, für sie Quell positiver Energie, federt durch die Luft, das Dead Man’s Bones Original „Pa Pa Power“ bekommt einen poppigen Anstrich, wohnt jedem Pianoanschlag von „I’ll Be Seeing You“ der Jazz-Legende Billie Holiday, mit der Cat Power in der Vergangenheit nicht nur die Obsession für Musik teilte, der Schmerz, der sich hierbei konkret auf den Verlust von Kreativ-Partner Phillippe Zdar bezieht, inne.

Die „Unhate“-Neuauflage der eigenen „The Greatest“-Nummer „Hate“ rüstet nur im Titel ab, wird deshalb keineswegs auch melodisch eingefriedet, Joe Jacksons „These Day“ büßt trotz weniger latenter Dramatik, mit dem das Stück über Nicos Lippen ging, nichts an melancholischer Würde ein.

Nick Caves klappriges „I Had A Dream Joe“, wie sein Heimathafen „Henry`s Dream“ in seiner Soundidee dem Vortrag eines Straßenmusikers auf einer altersschwachen Akustik-Gitarre folgend, erfährt eine neue Intensität, schlängelt sich der Smash-Hit von Country-Queen Kitty Wells „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“ cool durch die Saloon-Tür.

Einmal mehr flutet Cat Power mit beeindruckender Authentizität jede Sekunde einer Platte mit Charisma.

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