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Papercuts – Past Life Regression

Die Reinkarnationstherapie – zu Englisch eben “Past Life Regression” – dreht sich um eine Annäherung an die eigenen Vorfahren zur Bewältigung der eigenen Problematiken. Von vielen Therapeut*innen wird dieses Verfahren eher skeptisch gesehen, die esoterische Ecke feiert es hingegen. Passenderweise möchte man das siebte Papercuts-Album auch nicht jedem ans Herz legen.

Das einzige permanente Band-Mitglied und Mastermind hinter Papercuts ist Jason Robert Quever, der mit diesem Projekt bereits seit 2004 eine kleine, psychedelische Einöde erkundet. Unterstützung bekommt er dabei von unterschiedlichen Kolleg*innen, die auch die zehn Stücke von “Past Life Regression” verschönerten.

Wer sich inmitten der heutigen Weltgeschehnisse gerne etwas aus dem Orbit schießen lassen würde, könnte das mit den dabei entstandenen hypnotischen Stücken zumindest über eine gewisse Zeitdauer durchaus schaffen.

Quever hat nämlich nicht wirklich vor, irgendwelche waghalsigen Experimente zu starten oder gar eingängige Songs zu schreiben. Stattdessen bringt er unzählige Sphären in diesem Album zum Schwingen.

“Hypnotist” etwa erinnert mit seinen zitternden Synthesizern an Beach House, “Sinister Smile” malt mit seinem luftigen Sound die Worte Dream-Pop an die Wand. “I Want My Jacket Back” zeigt sich hingegen am zielstrebigsten und zelebriert geschichteten Folk vor einer kreisenden Gitarre.

Der Sound franst dabei gerne schon nach dem zweiten Refrain in den unbegrenzten Äther, lässt das Reich der Eingängigkeit endgültig hinter sich. Handwerklich ist das Ganze dabei durchaus gelungen, doch weder Quevers Timbre noch die Melodien sind imstande, echte Emotionen hervorzurufen.

Sonderlich energisch wird es in den meisten Stücken zudem nicht, Papercut scheint die Hörer*innen langsam aber sicher einlullen zu wollen. Irgendwo zwischen einer LoFi-Version von Grizzly Bear und dem nostalgischen Vibe der Byrds ist die Platte hauptsächlich jenen zu empfehlen, die den Winterschlaf lieber noch verlängern wollen.

Alle anderen könnten sich mit den bewusst unaufgeregten Sphären von “Past Life Regression” hingegen aus anderen Gründen mental zu ihren Vorfahren beamen – vielleicht war bei denen ja wenigstens mehr los als auf dem Album.

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