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Foals – Life Is Yours

Haben wir den Weltuntergang erfolgreich abgewendet? Wenn es nach der Diskographie der Foals geht, dann anscheinend schon. Denn nach dem düsteren Doppelalbum folgt mit „Life Is Yours“ ein lebensbejahendes Dance-Feuerwerk, das man so von den Briten noch nie gehört hat.

Auf „Everything Not Saved Will Be Lost Part 1 & 2” malten die Foals zwischen Brexit, Klimawandel und zunehmendem Individualismus mit allerhand Synthies, treibendem Gesang inklusive spuckendem Geschreie und verzerrten Gitarren, die Erinnerungen an die frühen Math-Rock-Tage wachwerden ließen, eine eher schwarze Zukunftsvision. Dafür ernteten sie nicht nur die Spitze der britischen Charts, sondern auch einen BRIT Award.

Umso überraschender kommt der strahlende Optimismus von „Life Is Yours“ um die Ecke. Aber bis vor einigen Monaten, also während der Entstehung des Albums, schien der auch nicht unbegründet. Das öffentliche Leben nahm wieder Fahrt auf. Endlich wieder Konzerte, Kneipen, Clubs oder private Treffen mit einer frei wählbaren Anzahl an Haushalten. Für all das ist „Life Is Yours“ der perfekte Soundtrack.

Gewissermaßen schließt sich der Kreis. Schließlich haben die Foals zu Beginn ihre Karriere gerne Hauspartys im heimischen Oxford aufgemischt. Der ein oder andere Song von „Life Is Yours“ eignet sich dafür ebenfalls.

Allerdings gibt es im Wohnzimmer mittlerweile statt Discounter-Bier und Chips als Grundnahrungsmittel, die sich im Laufe des Abends mit verschütteten Drinks und Kippenstummeln auf dem Boden festtreten, eher Aperol-Spritz, detailverliebte Canapés und eine Karaffe mit Gurkenwasser. Schließlich möchte man den Kontrollverlust vermeiden.

Und genauso plätschert „Life Is Yours“ vor sich hin. Die pointierten Synthies im Titelsong geben direkt zu Beginn die Stimmung vor und umweben einen mit Eigthies-Charme, dem mit der groovigen Bassline schnell eine Verjüngungskur verpasst wird.

Dazu proklamiert Philippakis wenig aufgeregt, aber eindringlich „Life is yours / Break away“. Ein Ratschlag, den man sich vielleicht öfter zu Herzen nehmen sollte.

Die meisten Songs von „Life Is Yours“ schließen nahtlos an diese Energie und Lebensfreude an. Synkopierte Rhythmen treffen auf discolastige Gitarren. Und obwohl das auf den ersten Blick weder besonders spannend oder innovativ klingt, muss man festhalten, dass die Foals diese Zutaten mit einer unglaublichen Lässigkeit kombinieren.

Besonders deswegen fällt „Life Is Yours“ zu keinem Moment der Eintönigkeit zum Opfer.

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