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Zola Jesus – ARKHON

Mit “ARKHON”, ihrem siebten Studioalbum, stellt sich Zola Jesus ihren inneren Dämonen und denen der Außenwelt. Anders als sonst muss sie diesen Kampf aber nicht alleine meistern, denn zur Unterstützung nahm die US-Amerikanerin erstmalig auch andere Musiker*innen an Bord und änderte dabei auch ihre Herangehensweise an den Songwriting-Prozess. Das Ergebnis ist dementsprechend bewegend, überraschend und vielfältig geraten.

Die einzelnen Versatzstücke von “ARKHON” hat man so sicherlich schon einmal in der Diskographie der Genre-Grenzgängerin gehört. Den mystischen Unterton, der den Opener “Lost” in immer düsterere Gefilde drängt, der zwischen Folk und Alt-Pop changiert. Die kleine Björk-Verbeugung im breit orchestrierten “Undertow”.  Die vielen Schichten von “Into The Wild”.

Und dennoch – “ARKHON” umschließt ein besonderes Gefühl, ein roter Faden der Vollkommenheit und der Intimität. Niki Roza Danilova, Zola Jesus’ Name im Personalausweis, singt mal zärtlich, mal hingebungsvoll, mal kraftvoll. Immer aber steht sie selbst im Fokus des Soundbilds, das sie gemeinsam mit Co-Produzenten Randall Dunn (Sunn O))), Earth) entwickelte.

Und nicht nur Dunn hinterließ seine Spuren im Klang dieser Platte. Auch Matt Chamberlain an den Drums beeinflusste die Aura des Werks enorm. So verschwimmt etwa die fließende Süße von “The Fall” auf seiner Rhythmusarbeit beinahe in R&B-Gefilde, “Sewn” pulsiert gen Industrial-Eskalation und “Efemra” darf auch dank der pointierten Beats zu seiner ganzen Imposanz anschwillen.

“ARKHON” gehört, sicherlich auch dank dieser Einflüsse von außen, zu einer der eingängigeren Werke im Zola-Jesus-Universum. Der Fokus ist auf den Melodien und den Arrangements und versprüht insgesamt vor allem eine gewisse Wärme.

Doch gerade die zarten Momente stechen aus diesem Breitbild-Format hervor. Etwa die fein arrangierten Streicher-Schwingen von “Dead And Gone” oder das von seichtem Klavier getragene “Desire”, bei dem Danilovas Stimme ganz alleine im Äther schwirrt.

Und auch der Closer “Do That Anymore” fühlt sich wie eine starke Hand an, die sich den Hörer*innen entgegenstreckt und verspricht – wir gehen zusammen durch dieses Tal. Und wer würde aktuell nicht gerne nach so einer Versprechung greifen?

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