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Cro – 11:11

Wenn man im Rheinland an zwei Elfen denkt, ist da eigentlich nur Platz für eine Assoziation: An besagtem Tag im November ist um 11:12 das erste Kölsch geleert und damit der Beginn der fünften Jahreszeit offiziell eingeläutet.

Entweder ist Cro in Sachen lokaler Traditionen nicht so bewandert, oder aber – naheliegender – es ist im völlig egal, dass ein verwirrter Senior aus besagter Region vielleicht das nächste „Viva Colonia“ erwartet, wenn er im Plattenladen beherzt bei „11:11“ zugreift.

Denn mit Karnevalsmusik hat das fünfte Studioalbum der wandelnden Pandamaske nur im weitesten Sinne etwas gemeinsam. Nämlich zum Beispiel, dass sich einiges ein bisschen gleich anhört.

Wo Cro auf seinem letzten Doppelalbum „trip“ wild in alle Richtungen experimentiert hat und sich dadurch überraschend von der streng geheimen Guilty-Pleasure-List jedes ernstzunehmenden Musikgeschmacks wegkatapultiert hat, wird es auf „11:11“ im Vergleich zum Vorgänger etwas monotoner.

Dabei würde die Themenwahl doch eigentlich genug hergeben, denn auf „11:11“ geht es vorrangig um die Liebe. Die kommt mal leicht flatternd daher, wie beispielsweise bei „Fallin“, das musikalisch absolut nichts mit seinem Namensvetter von Alicia Keys zu tun hat, aber trotzdem überzeugt:

Eine flirrende Akustikgitarre trifft auf lässige Beats und eine Extraportion Autotune im Refrain, die Cros Stimme mit Leichtigkeit in die Höhe schraubt. Man sieht die leuchtenden Teenie-Augen förmlich vor sich, während sie laut mitsingen und auch gerne jemandes „P.Y.T.“ wären. Obwohl der Großteil diese Abkürzung wahrscheinlich erstmal googeln muss.

Zugegeben, lyrisch war Cro noch nie der große Stern am Himmel, aber trotzdem kann man Songs wie „Fallin“, „Feelings“ oder „Hey Love“ mit diesen positiven Vibes den Spaßfaktor nicht absprechen. Auch wenn der bebrillte Kritiker gerne böse den Zeigefinger heben möchte.

Aber wie alle wissen, geht das mit der Liebe leider nicht immer gut. Und deswegen gibt es auf „11:11“ auch ein paar Songs, die das Negative beleuchten. Wie zum Beispiel „Lieber Nicht“ oder „Crobot“.

Und gerade letzterer ist dann einer dieser Momente, die man nicht unbedingt braucht. Klar, Autotune passt hier thematisch perfekt, aber deswegen muss man es trotzdem nicht gleich übertreiben. Und bei den uninspirierten Melodien und den offensichtlichen Harmonien ist zumindest aus Hörersicht auch etwas „nicht richtig programmiert“.

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