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Built To Spill – When The Wind Forgets Your Name

Unbeeindruckt blieb Built-To-Spill-Chefideologe Doug Martsch, als sich die idealistischen Vorstellungen von Independent-Musik in den Neunziger verabschiedeten und sich das Genre mehrheitlich den Mechanismen der Unterhaltungsindustrie beugen musste.

Er jammte mit seinen Kumpels weiter stundenlang nach Lust und Laune in seinem Gartenhaus, sammelte das eingespielte Material, um irgendwann für eine Songidee darauf zurückzugreifen, ordnete das fällige Promoten fertiger Alben – selbst im Schatten des Major-Deals mit Warner seiner damaligen, familären work life balance unter.

Großartige Longplayer aus Boise waren die Regel, ob das knackig-eingängige „There’s Nothing Wrong With Love“, die Umfänglichkeit von „Perfekt From Now On“ oder später „Keep It Like A Secret“ mit dem Evergreen „Carry The Zero“ an Bord – auf bis zu 48 Gitarrenspuren wurden in Idaho Meilensteine entwickelt.

Wie deren Nachfolger pfeift dato auch „When The Wind Forgets Your Name“ auf den Zeitgeist, hört sich das Werk an, als hätte hier jemand ein Tutorial für Nachwuchs-Bands eingespielt, begeisterte „Gonna Lose“ vorab voller nostalgischen Reiz aus der Asservatenkammer der Saiteninstrumente samt wohliger Erinnerungen an Dinosaur Jr., Pavement und anderer Größen, die die Kreativität des Bandleader im Lauf seines Schaffens befeuerten.

Sieben Jahre nach der letzten Ausgabe “Untethered Moon” sprudeln Melodien und Hooklines wie die Kaskaden eines Jungbrunnens aus den Instrumenten des Protagonisten und seiner Mannschaft, zu denen auf dieser Ausgabe Le Almeida und João Cases von den brasilianischen LoFi-Jazz-Spezialisten Oruã gehören, zeichnet Doug Martschs Gesang gleichberechtigt zur Musik die Stimmungsbilder der neun Kompositionen.

Es schrammelt und hallt, touchieren Streicher – mal beschwingt, mal in Moll – die Tracks, bekommt die Orgel nennenswerte Einsatzzeiten wie das Gitarrensolo in „Elements“ eine Plattform, zieht der stoische Bassloop im fiepende „Rock Steady“ seine Bahn, setzt „Never Alright“ neben Volumen auf die Verästelung des Führungsthemas, wird „Comes A Day“ durch die Hinterzimmer des Mischpultes geleitet.

Built To Spill bleiben auch mit der längst überfälligen Premiere auf Sub Pop eine der ersten Referenzadressen für Alternative-Rock.

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