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Wanda – Wanda

Nun ist es also so weit: Wanda zählen zur Riege der Bands mit einem Album, das denselben Namen trägt wie sie. Bislang hält sich der Mythos, dass diese Alben den Kern der jeweiligen Band in die Vinyl-Rinnen ritzen, die pure Essenz statt verwässerte Experimente also.

Bei Wanda ist das schon alleine deswegen problematisch, weil die Band doch seit dem Debüt “Amore” das Ding mit der puren Essenz zu beherrschen scheinen. Kein Schnickschnack, sondern pure Authentizität. Welchen Weg schlägt “Wanda” also ein?

Eine Band, die einem Obelix gleich in einen Trank voller Hymnen-Beeren gefallen zu sein scheint, ist ab Tag 1 für die großen Bühnen gemacht. Als Vielfach-Platin-Act waren Wanda also ohnehin immer nah am Superlativ gebaut. Und doch – wer “Wanda” hört, könnte fast meinen, alles davor war nur ein Warmspielen, ein Nährboden für diese übergroße Sound-Vision.

Obwohl “Wanda” gar nicht groß um die nächsten Headliner-Positionen der Festival-Bühnen zu buhlen scheint. Die Platte schreit eher nach Musical-Adaption. Ähnlich zwiespältig wie die Meinung zu dieser Kunstform ist, könnte auch die Reaktion der Fans zu diesem Album ausfallen.

Alleine “Rocking In Wien” ist plötzlich so gar nicht schnodderiger Austro-Pop, sondern ein echter Disco-Flirt. Beschwingte Chöre schwirren um Marco Michael Wandas Stimme, als wären sie nie woanders gewesen. Storytelling ist hier aber von Anfang bis Ende angesagt – wie in allen Songs.

Und auch sonst ist diese fünfte Platte der Österreicher vor allem: viel. Wenn ein Song etwas wagt, dann so richtig. “Immer Willst Du Tanzen” etwa könnte in der Melodie als Schlager durchgehen, vertuscht das aber mit einer der schönsten Instrumentierungen, die die Band je gewagt hat.

In “Eine Ganz Normale Nacht In Wien” croont Marco plötzlich – so gar nicht ganz normal – in schönster Kopfstimme über funkige Vibes, die smoothen Bässe tun ihr Übriges.

Klar, es gibt auch weiterhin die windschiefen Gassenhauer wie etwa “Wir Sind Verloren”, sie sind nur noch größer angelegt als zuvor. In “Va Bene” gibt es dann sogar einen echten Showman-Moment von Marco Wanda, auf den man aber spätestens nach dem perlenden, nahezu kantenlosen “Rot Ist Die Farbe” auch schon gar nicht mehr klarkommt.

Erst, wenn “Eine Gang” die Platte mit einem schunkelnden Kneipen-Slogan für die epischsten Nächte die Platte ins Bett legt, kommt die leise Feststellung: Das ist nicht unbedingt die Essenz, aber vielleicht doch so etwas wie das erfrischende Opus Magnum dieser riesigen Band. Zumindest für die, die nichts gegen ein bisschen Grandezza einzuwenden haben.

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