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Dives und ihr non-chalanter Indie gehen in die zweite Runde und verweigern sich mit kosmopolitischer Reife erneut jedem Verdacht von Ösi-Pop und Wiener Schmäh. Allein, man kennt’s schon so.

Denn einerseits ist das Überraschungsmoment des Trios, das es mit dem Debütalbum „Teenage Years Are Over“ noch auf seiner Seite hatte, abgeschmolzen. Anderseits wirken die Songs weniger belastbar als ihre kecken Vorgänger.

Mit Schrammel-Gitarren in Schlabberpullis kommen Stücke wie “Say” zwar noch immer einer Sonnenbrille gleich, die mit Sepia-Tönung jedes noch so trübe Wetter aufhellt. Und auch der Retroschick verteilt sich gleichermaßen über Songwriting und Sound.

Die nostalgische Note, die dadurch bisweilen versprüht wird, verleiht allerdings eine Geborgenheit, die mit zunehmender Albumdauer austauschbarer wird. Denn dafür sind die Mittel von Dora de Goederen, Viktoria Kirner und Tamara Leichtfried einfach zu begrenzt. Als Bass-, Schlagzeug-, und Gitarren-Band sind die Möglichkeiten nun mal endlich, auch wenn sich die drei mühen, wie im Titeltrack, mal den Bass in den Vordergrund und anderswo der Gesang ins Zentrum zu rücken.

Allein unter den Songs besteht immer wieder eine akute Verwechslungsgefahr. Zwingender sind da die Texte, wenn Dives in “Ego” gegen Selbstsucht und Narzissmus ansingen, oder im mit Punk-Esprit rollenden “Burger” den Alltagsexismus eines missglückten Tinderdates auf die Schippe nehmen.

“Can you really eat that whole burger?”, zitieren Dives den zum Date erschienen Herrn, der sich selbst entschuldigen lässt mit “He doesn’t mean it that way”. Schade nur, dass solche Spitzen zu selten hinter der Musik hervortreten.

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