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Oh Wonder – 22 Make

Keine Konzerte, Keine Live-Recordings, kein Kontakt zu den Fans: Die Corona-Pandemie hat der Musikbranche über zwei Jahre lang die Luft zum Atmen genommen. In manchen Fällen ist das Virus aber noch tiefer in die Materie eingedrungen – im Fall des Londoner Duos Oh Wonder sogar bis in die eigenen vier Wände.

Die beiden nicht nur als Musik-Zweier, sondern auch als Liebespaar durchs Leben ziehenden Josephine and Anthony Vander West standen im vergangenen Jahr – auch coronabedingt – vor dem Scherbenhaufen ihres noch jungen Liebesglücks.

Mit dem im letzten Jahr veröffentlichten Trennungsalbum “22 Break” legten Oh Wonder die Finger in die offenen Wunden, nur um kurz darauf den Bund fürs Leben zu schließen.

Ein Jahr später wächst und gedeiht die Liebe wie ein Zitrusbaum unter mediterranem Sonnenlicht. Unterlegt mit elektronischen Gute-Laune-Vibes und groovenden Rhythmen aus der Maschine hauchen die beiden wieder ans große Glück glaubenden Turteltauben ihre Liebesbotschaften in die Welt hinaus.

Songtitel wie “Magnificent”, “True Romance” und “Fuck It I Love You” sprechen eine deutliche Sprache. Letztgenannter präsentiert sich so hell, glitzernd und kunterbunt wie eine in Dur gegossene Kirmes.

Was im letzten Jahr noch wehtat und Überwindung kostete, fühlt sich dieser Tage an wie eine Ganzkörper-Wellness-Massage. Von überallher strömen positive Vibes in einen imaginären Raum voller Freud und Glückseligkeit. Hauchzart vereinen sich das tiefe Timbre von Anthony und die glasklare Stimmfarbe von Josephine zu einem großen Wohlfühlganzen.

Schnippende Finger geben die Richtung vor (“Sweet Disaster”), balladeskes Süßholzgeraspel reicht aus für ein ganzes Jahr (“365”) und ein Meer aus lieblichen Streichern und wabernden Synthies lädt zum Kuscheln auf hoher See ein (“Say Something”).

Wenn nichts mehr zu gehen scheint, aber der Wille noch nicht ganz am Boden liegt, dann ist “22 Make” der perfekte Soundtrack für die ersten Gehversuche in Richtung Liebes-Reunion.

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