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The Afghan Whigs – Live im Bogen F, Zürich

The Afghan Whigs spielten am gestrigen Samstag ihr einziges Schweizer Konzert ihrer “Wish You Were Near”-Tour in Zürichs wahrscheinlich schönster Konzertlocation: dem Bogen F.

Das Lokal, das sich in einem Bogen unter einer Eisenbahnbrücke befindet, platzte aus allen Nähten. Nicht nur, weil es ausverkauft war, sondern auch, weil eingefleischte Rock’n’Roll Fans aus der ganzen Schweiz an diesem lauen Samstagabend nach Zürich pilgerten, um ihre Jugendhelden live zu erleben.

Und sie wurden nicht enttäuscht. Eingeheizt wurde der Abend vom etwas in die Jahre gekommenen Virtuoso Ed Harcourt. Harcourts beste Zeiten sind offensichtlich vorbei, trotzdem gefiel der Supportact dem Publikum und die Raumtemperatur wurde mit jeder Minute höher.

Als der Tourmanager der Band aus Cincinnati dann auf die Bühne trat und die Gäste bat, Ohrenschützer zu tragen, weil hier gleich schließlich “The Afghan Fucking Whigs” auftreten werden, war klar, dass dies kein ruhiger Samstagabend wird.

Was danach folgte war lauter, geradliniger Rock’n’Roll. Greg Dulli und seine Kollegen sehen zwar langsam aus wie Familienväter aus US-amerikanischen Sitcoms, scheinen aber nichtsdestotrotz noch immer in Form zu sein.

Die neuen Songs der großartigen und vom verstorbenen Mark Lanegan produzierten neuen Platte “How Do You Burn” funktionierten ebenso gut wie die Überhits “Algiers” oder “Summer’s Kiss”.

Das Highlight des Abends war, als Greg Dulli sein Piano nicht laut genug haben konnte und danach den Bogen F kurzzeitig vom Tanzen abbrachte, dafür aber zum Schwelgen einlud. Mit einer eindrücklichen Gesangsleistung performte er “Please, Baby, Please” und löste beim Publikum Emotionen aus, die danach wieder rausgeschwitzt werden mussten.

Zum Abschluss spielte das Quintett ihre eigene Version des Smiths-Klassikers “There Is A Light That Never Goes Out”, welcher zwar ein toller Rausschmeißer ist, aber vielleicht doch manche Person enttäuschte, die sich nochmals die Lyrics ihrer Lieblinge aus der Kehle brüllen wollte.

Alles in Allem war das Konzert, was es sein sollte: Zwei Stunden Rockmusik für eingefleischte Fans. Für Menschen, die die Band nicht seit 30 Jahren verfolgen und zwischendurch etwas Abwechslung mögen, zog sich das Konzert aber irgendwann etwas in die Länge. The Afghan Whigs sind nun mal, was sie sind: fünf weiße amerikanische Männer mit lauten Gitarren. Und das ziehen sie auch konsequent durch.

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