Mit ihrem selbstbewusstem, düsteren „Punk-Hop“ sind Sleaford Mods zurück und leiten mir ihrer Lead-Single „UK Grim“ sogleich das gleichnamige Album-Comeback ein.

„This is UK Grim!“. Eine unverwechselbare Stimme kotzt luftig dynamisch im Refrain immer wieder dieses simple, berechenbare Statement raus. Ein Unbehagen, ein Misstrauen klingt in jedem Takt durch, unterbunden durch eine minimalistischen, doch dissonanten Synthesizer-Melodie im Cyberpunk-Sound.

Diese Stimme gehört einer Hälfte der Sleaford Mods, besser gesagt James Williamson. Zusammen mit Andrew Fearn, dem musikalischen Kopf mit Heimstudio, nahm das Duo das 12. Studioalbum in der Pandemie-Zeit auf. „UK Grim“ ist das erste Selbstzeugnis davon, welche Richtung der Neuling wohl einschlagen wird.

Aber es bleibt nicht nur beim typischen Sleaford-Mods-Sound, denn: Jason Williamson singt. Tatsache. Viele Jahre wehrte er sich vehement, dem selbstverständlichen Konformismus der Mainstream-Musik “nachzusingen“; er bedient sich weder Flow noch Melodie. Das „Hop“ im selbst-benanntem „Punk-Hop“ sozusagen.

In diesem Stil wettern die Sleaford Mods seit Anbeginn ihrer Laufbahn 2007. Was von der Musik bleibt, ist das grundlegende Selbstverständnis von der Punk-Szene und mischt dieses mit Sozial- sowie Kulturkritik. Ob gegen den Brexit, weiße, generische Punk-Bands oder sogenannten „Aldi-Nationalismus“: die Mods legen sich mit allen an.

Und schon im Vorgänger „Spare Ribs“ von 2021 deuteten sich erste Gesangspassagen an, die Williamson eine neue Verletzlichkeit, einen emotionalen Ausbruch aus den eigenen stoischen Beats mit knochig-rauen Texten attestieren, wie es in unserer Musikblog-Rezension dazu heißt.

Ob sich das Duo für ihre neue Platte weiter von ihrem Credo weg bewegen wird, um neues Land zu betreten? Dazu sagt Fearn selbst: „Wir versuchen nicht, das Rad neu zu erfinden, aber man muss sich weiterentwickeln. Für mich war bei ‘UK Grim’ die Idee, einfach mehr Geschmäcker einzubringen, die im Midtempo sind.“

Die neue Platte „UK Grim“ via Rough Trade Records gibt‘s ab dem 10. März und wird wieder einige Gastkünstler an Bord haben, etwa wie Florence Shaw von Dry Cleaning.

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