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Miya Folick – Roach

Knackige, kurzweilige Songs voller Energie, Emotion und der Suche nach dem eigenen Selbst – das alles erwartet einen auf „Roach“, dem neuen Album der amerikanischen Indie-Pop-Sängerin Miya Folick.

Mit ihrer bereits fünf Jahre zurückliegenden und bisher einzigen Platte „Premonitions“ war es höchste Zeit für die Songwriterin aus Kalifornien, musikalisch nachzulegen und ihrem spannenden Mix aus Pop, Rock und Alternative eine neue Bühne in Longplayer-Form zu bieten.

Und genau dies tut sie auf dem neuen Werk „Roach“, das somit alles enthält, was das Herz begehrt: Pop-Songs aus der Bad-Girl-Ära („Bad Things“), rockiger anmutende Stücke über notwendige, radikale Entscheidungen im Leben („Get Out Of My House“), aber auch ruhige Passagen, die im Auf und Ab des zweiten Albums der Sängerin eine kurze Pause bilden („Nothing To See“).

Das Sound-Gerüst von „Roach“ bilden große, epische Pop-Arrangements, die auf vielseitigen Gitarren fußen und gerade zurückhaltend genug sind, um das Markenzeichen im Sound von Miya Folick perfekt zu umspielen – nämlich ihre Kopfstimme, die immer wieder ungeahnte Höhen erreicht und dabei unglaublich klar und schön bleibt.

Wie ein roter Faden zieht sich die emotionale Suche nach dem eigenen Selbst durch das Album. Und wer nun denkt, damit sei nur ein weiteres emotionsüberladenes Pop-Album auf dem Markt, hat seine Rechnung ohne Miya Folick gemacht.

Denn ein Song wie „Oh God“, der einen Punkt im Leben der Sängerin abzubilden scheint, an dem es wirklich alles zu hinterfragen gilt, bis hin zu der ganz essenziellen Frage „Do I need God?“ zeigt, dass es die Amerikanerin ernst meint mit dem Tiefgang, der auch keinen Halt vor der eigenen Vergangenheit macht.

Mit „Mommy“ gibt Folick einen intimen Einblick in ihre Beziehung zu den eigenen Eltern, dessen bittere Bilanz lautet, dass sie ihre Mutter eigentlich gar nicht richtig kennt, sondern lediglich durch oberflächliche Details charakterisiert: „If someone asked me to describe her/ I’d recall everything/ Mommy liked fried chicken/ Mommy liked to eat slow“.

Schwere Themen werden hierbei durch die Vielseitigkeit des Sounds ausgeglichen, dem es immer wieder gelingt, die vermeintlich traurigen Lyrics auf positive Weise neu zu interpretieren – eine Kunst, die Miya Folick meisterhaft beherrscht, wie „Roach“ ohne Zweifel beweist.

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