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Animal Collective – Isn’t It Now?

Wirres Durcheinander von Stimmen-Gemurmel, ausgedehnte Synthesizer-Parts, mittelalterliche Drehleier –  die Psychedelic-Rock-Band Animal Collective versteht sich darin, unerwartete Samples und soundtechnische Experimente in ein stimmiges Ganzes einzugliedern und so immer wieder mit spannenden Tracks zu überzeugen.

Das beweisen Avey Tare, Panda Bear, Deakin und Geologist wieder auf ihrem neuen Longplayer “Isn’t It Now?” in neun experimentellen Songs, die jenseits vom Mainstream für stolze 64 Minuten in eine völlig fremde, spannende Parallelwelt einladen.

Da wäre „Genie’s Cup“, dessen langes Intro mit schleppendem Soundbett an eine Karawane erinnert, die in starker Mittagshitze stetig durch die Länder zieht oder der Opener „Soul Capturer“, auf dem Animal Collective mit schwammiger Gitarre die Vereinnahmung des gesamten Seins durch das Internet aufdecken und Laster ans Licht führen.

Das Quartett erzeugt mit ruhigen, sphärischen und teils verspielten Soundstrukturen einen friedlichen, psychedelischen Ort und sorgt in unserem schnellen Alltag für einen seltenen Moment der Entschleunigung – nicht zuletzt mit dem 22-Minüter „Defeat“, der sich alle Zeit der Welt lässt, eine große Bandbreite an Emotionen zu durchleben und dabei von harmonischen Streichern und Bläsern begleitet wird.

Aber auch der kürzeste Track der Platte hat es in sich. „All The Clubs Are Broken” braucht gerade einmal etwas mehr als zwei Minuten, um seine Hörerschaft in seine nicht endende Spirale zu ziehen, die das Gefangensein im Alltag vertont, in dem sich alles ständig wiederholt und es kein Ausbrechen zu geben scheint.

“Isn’t It Now?” ist zeitgleich mit seinem Vorgänger „Time Skiffs“ aus dem vergangenen Jahr entstanden, in einer gewohnt fruchtbaren Session der Band aus Baltimore, aus der zu viele Songs hervorgegangen sind, als dass sie auf ein Album gepasst hätten.

Glück für die Fans der Experimental-Rock-Band, die gleich zwei Animal-Collective-Platten in zwei Jahren geliefert bekommen.

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