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Courtney Barnett – End Of The Day

Manche Blicke sagen mehr als tausend Worte. Doch in Courtney Barnett‘s Fall sind es nicht Blicke, die sprechen, sondern vielmehr Klänge, Tonabfolgen und durch akustische Impulse erzeugte Atmosphären, die ihrem neuen Album „End Of The Day“ Bedeutung verleihen – und zwar, ohne auch nur ein einziges Wort zu verlieren.

Das Album zeigt die australische Indie-Rock-Künstlerin von einer völlig neuen Seite. Die bissigen Texte weichen meditativen Melodien, die Kanten werden entschärft – und aus rotzigem Indie-Rock wird braver Ambient-Sound.

Mit dem Beititel „Music From The Film Anonymous Club” verrät der Longplayer bereits seine Herkunft: Er stammt vom Dokumentarfilm „Anonymous Club“, in dem Regisseur Danny Cohen Courtney Barnett in ihrem Leben über mehrere Jahre begleitet hat und der mit Musik der Australierin bestückt wurde.

Musik, die in manchen Songs wie eine organische Weiterentwicklung der unberührten Natur klingt, wie im Song „Life Balance“, der vollkommen reduziert und ruhig einen Ort inmitten des Nirgendwo zu imitieren scheint.

Oder solche, die mit abstrakten, wabernden Tönen etwas Abnormales in sich tragen, das höchstens in einer anderen Sphäre zu existieren scheint, wie z.B. „Two Circles Reflecting“ oder „First Slow“.

In 17 Stücken fängt die Musikerin somit die verschiedensten Momente und Realitäten ein und setzt die Zeichen nicht nur hinsichtlich der für Courtney Barnett neuen Soundorientierung an – auch labeltechnisch steht Veränderung an.

Denn „End Of The Day“ erscheint als letztes Album auf dem vor über zehn Jahren von der Sängerin mitbegründeten Label Milk! Records, bevor dieses den Betrieb aus finanziellen Gründen und wegen zu hohem Aufwand einstellen wird.

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