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Modern Nature – No Fixed Point In Space

Hyper-Pop ist seit ein paar Jahren der Sound der Stunde, die Beats werden immer schneller, Speed-Up-Versionen sind oft erfolgreicher als die Originale. Nur logisch, bei einer Welt, die uns mit jedem Swipe die Konzentrationsfähigkeit abtrainiert. Und dann veröffentlichen 2023 Bands wie Modern Nature Alben wie “No Fixed Point In Space”.

Statt die nächste Meditations-App herunterzuladen, kann man sich auch diese Platte zu Gemüte führen. Denn auch, wenn die Band selbst dieses Album als ihr melodischstes Werk beschreibt – viel Pop-Appeal sollte hier niemand erwarten.

Mit Songs zwischen 4,5 und 7,5 Minuten ist der Fokus hier klar auf Durchatmen, auf große Räume, auf den kontinuierlichen Aufbau. Wobei aufgebaut wird hier nicht viel, denn weder große dramatische Final-Arrangements noch beachtliche Soundschichten stehen im Raum.

Dafür stecken immer wieder kleine Ideen in den Songs, die dann aber ungefähr so zähflüssig und präzise erklärt werden, wie das Auenland von J. R. R. Tolkien. Manche sagen, das ist künstlerisch anspruchsvoll und Atmosphäre pur. Andere sagen, das ist schlicht langweilig.

Was den Sound betrifft, stecken die Songs zwischen akustischen Fragmenten, die in einer beachtlich anstrengenden Mischung zusammengeführt werden (“Cascade”) oder dem ganz langsamen Weg Richtung Nichts (“Orange”) fest.

Dabei ist “No Fixed Point In Space” tatsächlich nichts Halbes und nichts Ganzes, schafft es weder durch Dissonanzen aufzufallen, noch durch Harmonien zu rühren. Weder reißt einem der klangliche Bombast das Herz aus der Brust, noch das textliche Narrativ.

Es ist nicht so, dass nicht einzelne Elemente der Songs, etwa die Streicher in “Tapestry”, auch durchaus einen gewissen Schönklang innehaben und auch der Gesang von Jack Cooper (Mazes, Ultimate Painting) ist größtenteils in Ordnung.

Doch dass hier tatsächlich einige von Coopers Gedichten vertont werden sollen, kommt genau so wenig zum Vorschein wie die recht hochkarätige Besetzung des aktuellen Ensembles. Hier sitzen nämlich Künstler*innen von The Necks, This Is Not This Heat und FKA Driscoll zusammen.

Am Ende entsteht eine Platte, die – von außen betrachtet – auch einfach wie zielloses Klimpern und Murmeln wirkt. Wer den Zauber dahinter versteht, findet aber sicherlich auch hier eine ganz besondere Platte. Der Rest bleibt beim Hyper-Pop.

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