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Black Pumas – Chronicles Of A Diamond

Schon vor knapp vier Jahren betitelten wir die Black Pumas als eines der spannendsten Projekte, die der “Retro-Hype” der Postmoderne hervorgebracht hat. Wenige Jahre später hat sich daran nichts geändert. Auch auf “Chronicles Of A Diamond” gelingt dem Duo aus Texas der Spagat zwischen zugänglichen Kompositionen und eklektischem Mosaikwerk makellos.

Dabei könnten die einzelnen Zutaten, die den Sound der Black Pumas ausmachen, so verstaubt sein, tausendmal gehört, wiederverwendet und totgehört. Blues, Funk, R&B und Soul verneigen sich auf dem neuesten Langspieler des US-Duos aber erneut vor Eric Burtons mitreißende Stimme und Adrian Quesadas intensiver Produktion. Die Genres verneigen sich vor der Vision von zwei Musikern, die aus Altbewährtem etwas gänzlich Neues werden lassen.

“More Than A Love Song” ist so viel mehr als ein Liebeslied. Und so ergeht es den meisten Tracks auf “Chronicles Of A Diamond”. Jede Zeile, jede Wendung und jeder Beat ist derart satt, aufgeladen und dynamisch, dass man vor euphorischer Aufregung kaum richtig folgen kann. “Chronicles Of A Diamond” nimmt gefangen, und lässt erst nach dem letzten Ton von “Rock and Roll” wieder los.

So fühlt man sich geradezu überrumpelt von einigen ekstatischen Momenten, die direkt im nächsten Augenblick wieder in introspektive Tiefen umschlagen. Black Pumas lassen mitfühlen, in alle Extreme, und machen damit auf “Chronicles Of A Diamond” auch endgültig mit einem der größten Unwörter des Musikjournalismus Schluss, die es je gegeben hat – der Überproduziertheit.

Denn auch, wenn auf “Chronicles Of A Diamond” alles beachtlich penibel aufeinander abgestimmt klingt und selbst die lauten Basswände wie feinst modellierte Schubser wirken, besteht zu keiner Sekunde der Zweifel daran, dass “Chronicles Of A Diamond” live eine vergleichbare Intensität ausstrahlen wird wie auf Platte.

Wir gedulden uns und geben uns bis dahin mit der Aufnahme zufrieden. Aber zu lang warten möchten wir auch nicht, OK?

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