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Kettcar – München – Neue Single

Kettcar veröffentlicht mit „München“ heute die erste Single ihres lange erwarteten, neuen Albums „Gute Laune ungerecht verteilt“, das am 5. April erscheinen soll.

Kettcar ist mal wieder back, nachdem sie nach dem letzten Album „Ich vs. wir“ verkündet hatten, dass es ja dann mal gut ist. Seitdem ist so viel Wasser die Elbe runter! Kinder, die zum Erscheinen des letzten Albums geboren wurden, drücken jetzt schon die Schulbank.

Hach. Es ist gut, dass sie mal wieder zurück sind, denn selten ist ein Song genauer zum exakt richtigen Zeitpunkt erschienen wie heute „München“ – zu einer Zeit, in der rechte Kräfte die Massendeportation von Menschen planen, die nicht ihrer Vorstellung von Deutsch entsprechen.

Es ist nicht so, dass die Wandlung der Band zum politischen Post-Punk überrascht. Im MusikBlog-Interview meinte Marcus Wiebusch: „‚Ich bin das Volk‘, das ist eine Ansammlung von Egoisten, die alles für sich wollen und sich dafür unter einem völkischem Begriff sammeln. Da mündet alles in die urpolitische Frage: Mit wem will man eigentlich noch was zu tun haben, um ein lebenswertes Miteinander hinzukriegen?“

Es hat sich thematisch wenig geändert, seit das heutige Schulkind noch in die Windeln machte. „Pegida“ klingt beim aktuellen Wahltrend von 22,8 Prozent für die AfD (Stand 16.1.2024) beinahe nostalgisch – sorgen wir dafür, dass nicht irgendwann 22,8 Prozent nostalgisch klingen.

„München“ beschäftigt sich damit, wo Rassismus im Alltagsleben beginnt. Im Text von Bassist Reimer Bustorff blickt der Erzähler auf eine Freundschaft aus Jungfußballertagen zurück. Als er seinen Kumpel das erste Mal nach Hause brachte, fragte Mutter ihn: „Darf ich einmal dein wunderschönes, schwarzes Haar anfassen?“

„Das wird man doch auch fragen dürfen!“ – Darf man, aber das ist für den Kopf, auf dem dieses Haar wächst, nur die nächste Erfahrung, dass er anders ist. Exotisch. Fremd. Anfassbar. Dabei verstehen sich die beiden Jungs aus Harlaching doch so gut! Sie sind sich so ähnlich!

Doch einer der beiden wird nicht dauernd gefragt, wo er denn bitteschön herkommt. Einer der beiden bekommt eine Mietwohnung und einer der beiden wird nicht deportiert, sollte eine faschistoide Partei wie die AfD die Bundesrepublik regieren.

Die Single „München“ kommt mit Wumms und Rotz und Wut im Bauch aus dem Lautsprecher, nur im Pre-Chorus schwebt die Stimme von Chris Hell (Fjørt) und besingt Deutschland heute: „Und das Riesenrad dreht sich, hinter Legosteinen aus Beton, und da hörte sie die Frage: ‚Wo bist du eigentlich hergekommen?‘“.

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