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Marika Hackman – Big Sigh

Ohnmacht, Angst und Selbstzweifel: Als die Welt vor drei Jahren abrupt auf die Bremse trat, standen Millionen Bands und Künstler*innen plötzlich vor der existenziellen Frage: Wie und wann geht es mit der Musik weiter?

Auch die britische Songwriterin Marika Hackman stand Anfang 2020 vor dem Nichts. Monatelang kämpfte Marika Hackman mit einer Schreibblockade. Als die Beschränkungen dann endlich gelockert wurden, erreichte auch Marika das rettende Ufer:

“Ich saß in einem Pub auf der Toilette und hörte mir ein paar Songideen von mir auf dem Handy an. Eine davon war ein Knaller. Von diesem Moment an ging es wieder bergauf.”, erinnert sich die Sängerin.

Aus den erwähnten Songideen entsteht der Track “Hanging” – ein musikalischer Höhepunkt auf dem neuen Longplayer der Britin. “Big Sigh”, so der Titel des neuen Albums, bedeutet übersetzt so viel wie “großer Seufzer” – ein Hinweisschild, das perfekt zum großen Ganzen passt.

Mit Hilfe einer facettenreichen Mixtur aus organischen Indie-Sounds und verzerrten Klangschnipseln aus der Maschine befreite sich Marika Hackman aus ihrem ganz persönlichen Pandemie-Tiefschlaf.

Gemeinsam mit Sam Petts-Davies (Thom Yorke, Warpaint) und ihrem langjährigen Kollaborateur und Wegbegleiter Charlie Andrew erschaffte Marika Hackman eine Klangwelt der Gegensätze, in der es thematisch um den ganz persönlichen Entwicklungswandel geht.

Mal erinnert Hackman mit ihrer kontrastreichen Kunst an die früheren Werke von Radiohead (“The Ground”). Dann brechen raue Akustikgitarren in den Vordergrund (“Blood”, “The Yellow Mile”).

Das zart angerockte “Slime” nimmt die Hörer*innen mit in die Neunziger Jahre. Mit der atmosphärischen Nummer “Please Don’t Be So Kind” schielt die Songwriterin kurz vor dem Ende noch in Richtung Dream-Pop.

Irgendwie scheint bei Marika Hackman alles möglich zu sein. Zwischen laut und leise, aufrührend und beruhigend verlaufen die musikalischen Grenzen fließend. Am Schluss setzt man auch als Hörer*in zum großen Seufzer an. Gerne nochmal das Ganze. Repeat-Taste, wo bist du?

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