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The Strumbellas – Part Time Believer

“I got guns in my head and they won’t go…”. Ohrwurm ? Höchstwahrscheinlich. 2016 war “Spirits” der Hit der kanadischen Folkband The Strumbellas, der sich dank mehrerer Hundert Millionen Streams ins kollektive Weltgedächtnis gebrannt hat.

Seither ist es ruhig geworden um die sechs Musiker, das 2019 veröffentlichte Album “Rattlesnake” hatte keinen Hit mehr im Gepäck und 2022 eröffnete Sänger und Songwriter Simon Ward, dass er sich rein aufs Songschreiben konzentrieren möchte.

So betritt die Band nun mit neuem Sänger, Jimmy Chauveau, die Bühne. Das neue Album “Part Time Believer” wurde bereits mit ihm eingespielt und ist eine solide Richtungsvorgabe auf inzwischen ausgetretenen Folkrockpfaden.

Hochmotiviert zeigt sich die Band, samt neuem Sänger, auf dem schmissigen Refrain des Openers “Hold Me”, setzt auf die klassische Ohrwurmtaktik einer Chorushymne auf “Holster” und besinnt sich auf akustische Wurzeln in “Steal My Soul”.

Auch wenn jede zweite Zeile zum Mitsingen anregen will und die Folk-Pop-Klaviatur spielt, wirken die Songs ein wenig blutleer und letztendlich wie eine Aneinanderreihung von Blaupausen, die man aus einer Folkschublade zieht.

Auch Jimmy Chauveaus klare, aber wenig markante Stimme trägt dazu bei, dass die Band nicht mehr sonderlich heraussticht im Vergleich mit anderen Genrevertretern.

Ja, man muss schon ein wenig tiefer graben, um den Strumbellas-Sound zu finden. Fündig könnte man bei “Echoes” werden, das mit pulsierendem Schlagzeug, jaulenden Gitarren und einem unwiderstehlich Frohsinn versprühenden Refrain punkten kann.

“Hurricane” zeigt akustisch mehrstimmig und mit fiedelnder Begleitung, dass reduziertes Handwerk durchaus Qualität haben kann.

Das minimalistisch-bluesige “Florence” weiß mit lockerleichter Stimmung zu überzeugen, bevor sich die Band mit “Great Unknown” wohl auf selbiges Terrain begeben wird. Mit gekonnten Popmelodien bedient man die Gute-Laune-Rezeptoren, um die eher dunklen Wolken am Horizont zu vergessen.

The Strumbellas verstehen sich darauf, Menschen in Bewegung zu versetzen und ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Und doch vermitteln sie wenig Eigenständigkeit. Songs, die bis zur totalen Austauschbarkeit auf Ohrwurmtauglichkeit getrimmt sind, wirken wie aus einer Hitfabrik.

“Running Out Of Time”, “From The Hurt” und “Let Down” sind beste Beispiele dafür, da sie auch textlich tausendmal Gehörtes in eingängiges Material verwandeln. Das überzeugt auf den Livebühnen sicherlich, hierfür sind die Songs sicherlich auch geschrieben worden, auf Albumlänge durchschaut man die einfache Songrezeptur der Kanadier jedoch schnell.

The Strumbellas sind im Folk-Rock-Kosmos kein besonders auffälliger Stern mehr. Oder wer von euch hätte noch den Namen der Band gewusst, der hinter dem Hitsong “Spirits” steht?

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