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Hollow Coves – Nothing To Lose

Wenn die ersten Blüten zaghaft die Erde durchbrechen, die Tiere aus ihrem langen Winterschlaf erwacht und Jungtiere ihre scheuen Blicke in unsere Welt werfen – dann begrüßt uns der Frühling in seiner ganzen Pracht. Sicherlich malt sich jeder von uns dabei ein friedliches, warmes Bild aus, begleitet von lieb gewonnenen Erinnerungen an vergangene Frühlingstage. Genau diese Stimmung feiert das australische Folk-Pop-Duo Hollow Coves mit ihrem zweiten Album “Nothing To Lose”.

Die Idee dafür entstand, als die Mitglieder Matt Carins und Ryan Henderson eine Reise in ihre Vergangenheit unternahmen, indem sie sich durch alte Fotografien ihrer Kindheit wühlten. Gefangen im täglichen Einerlei und dem ständigen Griff nach sozialen Medien als Flucht, fanden die beiden Musiker in der Kreation ihres zweiten Albums einen idealen Rückzugsort vor den Schatten der Angst und Erschöpfung.

Bereits mit den Eröffnungsakkorden werden die Zuhörer*innen in eine Welt der Ruhe und Selbstbeobachtung eingeladen. Die sorgfältige Auswahl von Akustikgitarrenklängen, sanften Schlagzeugrhythmen und Harmonien, die an sonnenbeschienene Tage erinnern, weben fast 40 Minuten lang Geschichten von Liebe, Verlust und der Wunder des Daseins.

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums “Moments” gelingt es den beiden weiterhin, ihr Songwriting und ihren Gesang perfekt zu verschmelzen, um jedem Lied seine einzigartige Note zu verleihen.

Henderson, ausgestattet mit einer klassischen Klavierausbildung und einem Sinn für Feinheiten, ergänzt sich hervorragend mit Carins, dessen lässige Surfer-Attitüde in ihre Musik einfließt.

Für die erstklassige Produktion holten sich die Australier den talentierten Singer/Songwriter Matt Corby ins Boot. Zusammen mit seinem Team feilten sie gemeinsam an dem Werk. Nachdem die Texte geschrieben waren, fanden die Aufnahmen in Corbys Studio Rainbow Valley, gelegen im Norden von New South Wales, statt.

Hollow Coves strahlen nicht nur Optimismus aus, sondern wecken auch ein Gefühl von Fernweh. In Liedern wie “Let’s Go” fangen sie die Aufregung und den Reiz eines Neuanfangs ein. Schließt man die Augen, findet man sich in den Alpen wieder, am Meer oder auf einem Spaziergang durch einen schattigen Wald – all diese anschaulichen Bilder von unberührter Natur oder dem Beginn eines großen Abenteuers werden allein durch ihre lyrischen und melodischen Kunstwerke lebendig.

Doch auch inmitten dieser friedvollen Folk-Pop-Landschaft beweisen die Künstler auf Tracks wie “Milk & Honey” und “Photographs” ihr Gespür für eingängige Melodien und fesselnde Arrangements. Sie bieten Trost und eine überschwängliche Dosis an Euphorie.

Laut Hollow Coves geht es auf der Platte um ihre eigene Reise zu einem gelasseneren Leben und der Wertschätzung der Einfachheit. Es sind nicht nur die Rückblicke in ihre Kindheit, die sie inspirierten, sondern auch ihr Alltag an der australischen Gold Coast. In einer Welt, die oft hektisch ist, kommt ihre leise Einladung, sich eine Auszeit zu nehmen und zu entspannen, gerade recht.

“See You Soon” bildet den wohltuenden Abschluss der Platte und könnte als letzter Titel nicht passender sein. Die ruhige Akustik und der weiche Gesang erinnern an Sufjan Stevens und hüllen uns ein, ähnlich einer erfrischenden Brise, während ein Gefühl von Ruhe und Komfort sich entfaltet.

Auf diese Weise gelingt es Hollow Coves, den perfekten musikalischen Gefährten für den Frühlingsanfang zu präsentieren. Also dann – ganz im Geiste des letzten Liedes – auf ein baldiges Wiedersehen!

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