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Tusks – Gold

Wie Gold klingt das dritte Album von Tusks weniger – zumindest nicht, wenn man mit dem Metall etwas Warmes und Sonniges verbindet. Die vielen Synth-Partikel, die auf “Gold” durch den Äther schwirren, sind allenfalls für die Herbstluft geeignet.

Dabei beginnt noch alles in der Morgenröte, wenn “Wake” diese Platte etwas schlaftrunken eröffnet. Tusks säuselt dazu in sanftem Murmelton irgendwo unter der Schicht aus dicken Synthies herum. Ab Song Nummer 2 ist dann das Gleichgewicht hergestellt und Gesang und Sounds schreiten gleichberechtigt gen Sofa.

Auf dem kuschelt man sich zu “Gold” nämlich bestens ein. Egal, ob mit warmer Tasse Tee in der Hand oder im Schein der späten Herbstsonne – “Gold” ist trotz all der doch recht offensichtlichen Geradlinigkeit auch eine in sich gekehrte Platte. Eine, die man gerne allein genießen möchte.

Und zu genießen gibt es hier einiges – zum Beispiel das Wandeln von reduzierter James-Blake-Ästhetik zu großem Refrain in “Artificial Flame” oder die abgekühlte Version eines Sudan-Archives-Vibes (“Adore”).

Interessant ist es allemal, wenn sich Tusks zwischen mystischen Chören (“Tainted Places”) und bekannter Indie-Melancholie (“Body Ache”) nicht so recht entscheiden möchte.

Ein besonders erhabener Moment schaut dann beim Titeltrack “Gold” vorbei, der beim Refrain gerne etwas klotzt und für das größte Statement der Platte sorgt. So kann es also auch gehen.

Dennoch ist eine Goldmedaille für dieses Album dann etwas zu viel versprochen – im Synth-Pop ist die Konkurrenz mittlerweile so groß, dass ein Markenzeichen zur Unabdingbarkeit wird. Davon hat Tusk – Stand heute – noch kein endgültiges Exemplar vorzuweisen.

Was sich in den zehn Tracks aber abzeichnet: Die geflissentliche Einarbeitung von diversen Sound-Sprenklern und -flächen in jegliche Strophen und Refrains führt zu eher ungewohnten Schattierungen. Sollten diese demnächst noch etwas ausformulierter eingesetzt werden, könnte das hier echt noch etwas Großes werden.

So reicht es immerhin für ein gut gemeintes Bronze. Und das ist doch alles andere als verkehrt.

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