Das ist nun alles Realität geworden – Sofi Tukker im Interview

Wenn es um die aktuell hellsten Sterne am Dance-Himmel geht, dann ist der Name Sofi Tukker weltweit in vieler Munde. Seit zehn Jahren lassen die beiden Verantwortlichen und Band-Namensgeber Sophie Hawley-Weld und Tucker Halpern auf dem ganzen Planeten die Tanzflächen beben. Mit ihrem neuen Studioalbum „BREAD“ machen Sofi Tukker genau da weiter, wo sie vor zwei Jahren mit „Wet Tennis“ aufgehört haben. Neben einer positiven Grundbotschaft schickt das Duo nachhaltige Melodien und jede Menge Tanzbeats ins Rennen um die Dance-Pop-Krone. Kurz vor der Veröffentlichung von „BREAD“ trafen wir uns mit Sophie und Tucker zum Interview und sprachen über Spaß bei der Arbeit, inspirierende Zuarbeiten und den Schlüssel zum Erfolg.

MusikBlog: Sophie und Tucker, im Kampf um den Titel des coolsten Albumcovers des Jahres werdet ihr mit aller Wahrscheinlichkeit ziemlich weit vorne landen. Wer kam auf die Idee, Sophie in ein Kleid aus Brot zu stecken?

Tucker Halpern: Ich glaube, das war sie selbst. Das Cover ist einfach ein cooles Statement. Ich meine, das Album heißt „BREAD“, Fashion ist uns ziemlich wichtig und mit diesem Foto konnten wir irgendwie alles auf eine auch ziemlich lustige Art und Weise kombinieren.

MusikBlog: Der Album- oder der Songtitel: Wer war denn zuerst da?

Sophie Hawley-Weld: Der Songtitel war zuerst da. Der war dann irgendwann so präsent, dass wir gar nicht mehr anders konnten. Jeder isst doch Brot und jeder mag Brot. Und Brot steht für Energie. Das passt natürlich super zu uns und unserer Musik.

MusikBlog: Das Album hat unheimlich viel Energie. Hinzu kommt eine durchgehende Positivität, die ansteckt. Ihr scheint während des Aufnahmeprozesses viel Spaß gehabt zu haben.

Tucker Halpern: Es war wirklich ein ganz besonderer Prozess. Ich kann dir aber gar nicht genau sagen, warum es diesmal so lief. Wir hatten irgendwie nach jeder Session das Gefühl, dass der gerade fertiggestellte Song der beste Song ist, den wir je geschrieben haben. Das war schon ziemlich verrückt. Wir sind dann irgendwann mit dem gesamten Material nach Brasilien geflogen und haben in puncto Arrangements nochmal alle Türen geöffnet, obwohl wir eigentlich schon begeistert genug waren. Manchmal kann so ein Schritt auch nach hinten losgehen. Aber in unserem Fall hat es dem Ganzen nochmal einen Schub gegeben. Am Ende war es wirklich so, dass wir alle Songs vorab als Singles hätten veröffentlichen können. Das war zumindest unser Gefühl.

MusikBlog: Ich habe gehört, dass ihr sehr offen seid, wenn es darum geht andere Musiker*innen in laufende Prozesse mit einzubinden. Lief das diesmal genauso?

Sophie Hawley-Weld: Ja, auf jeden Fall. Wir kennen mittlerweile so viele talentierte Musiker*innen. Da ist irgendwie immer irgendeiner am Start, der gerade zugegen ist und uns dann mit einer Idee unterstützt und weiterhilft. Wir arbeiten einfach sehr gerne mit anderen Künstler*innen zusammen. Das macht nicht nur viel Spaß, sondern man lernt auch unheimlich viel dabei. Ganz oft sitzen wir am Ende eines Produktionsprozesses zusammen und wissen gar nicht mehr genau, wer eigentlich welchen Part dazu gesteuert hat.

MusikBlog: Welche Kollaboration hat euch in der Vergangenheit denn am meisten beeindruckt?

Sophie Hawley-Weld: Da muss ich gar nicht so weit zurückblicken. Wir haben diesmal unter anderem auch mit Marcio Marentes zusammengearbeitet. Mit ihm waren wir zusammen in Sao Paulo – und es war der Wahnsinn! Er hat ein paar brasilianische Musiker*innen mit ins Studio gebracht, die unfassbar gut waren. Das war wirklich beeindruckend und unglaublich inspirierend. Wir waren ungefähr vier Wochen mit ihm zusammen. Dank ihm sind die brasilianischen Vibes auf dem Album so authentisch, wie sie nur sein können. Er ist wirklich ein ganz außergewöhnlicher Produzent.

MusikBlog: Viele eurer deutschen Fans haben natürlich große Augen bekommen, als sie erfuhren, dass auch Heidi Klum in das große Ganze involviert war. Im Video zum Song „Spiral“ stellt die Modelmama ihr Tanztalent unter Beweis. Wie kam es denn dazu?

Tucker Halpern: Wir beschäftigen uns neben der Musik auch viel mit Mode. Das erste Mal trafen wir Heidi auf einer Fashionshow. Wir sind dann irgendwie in Kontakt geblieben und haben sie irgendwann auf Instagram zu einem Song von uns Tanzen gesehen. Das hat uns so beeindruckt, dass wir sie gefragt haben, ob sie nicht Lust hätte, in einem Video von uns mitzumachen. Am Ende ist es dann der Clip zum Song „Spiral“ geworden. Für mich ist Heidi eine ganz wundervolle und hochtalentierte Person, mit der es viel Spaß gemacht hat zu arbeiten.

MusikBlog: Ihr seid auch sehr eng mit dem brasilianischen Dichter Chacal befreundet. Was ist das Besondere an eurer Beziehung?

Sophie Hawley-Weld: Chacal begleitet mich schon seit den Anfangstagen. Er schreibt einfach wunderbare Gedichte und ich bin sehr froh, dass er mittlerweile fast wie ein drittes Bandmitglied agiert. Er hat auch diesmal wieder einige tolle Verse für uns geschrieben, die wir in Songs wie BREAD“ oder auch „Cafune“ verwendet haben. Es ist einfach schön zu wissen, dass ich jeder Zeit mit meinen Ideen und Fragen zu ihm kommen kann. Und irgendwie hat er immer die perfekten Worte für uns. Wenn ich beispielsweise einen Song über einen Baum schreiben will, dann schreibt er mir einfach ein wundervolles Gedicht über einen Baum. Ganz einfach. Und so wertvoll.

MusikBlog: Seit zehn Jahren seid ihr gemeinsam unterwegs und habt während dieser Zeit unheimlich viel erlebt und erreicht. Gibt es besonders denkwürdige Momente?

Tucker Halpern: Das Schönste an dem Ganzen ist, dass man jedes Mal wieder aufs Neue überrascht wird. Es gibt so viele Momente, die einfach unglaublich waren. Wir wurden beispielsweise zu den Grammys eingeladen. Das war total surreal. Dann spielen wir auf der ganzen Welt Festivals vor tausenden Leuten, die unsere Songs kennen. Und im Studio produzieren wir die Musik, die uns total erfüllt und begeistert. Das sind Dinge, von denen wir immer geträumt haben. Das ist nun alles Realität geworden.

MusikBlog: Hat der Erfolg etwas an eurer Beziehung zueinander verändert?

Sophie Hawley-Weld: Wir sind gemeinsam gereift und wir haben uns als Band weiterentwickelt. Was unsere Beziehung vor allem ausmacht, ist uns zielgerichtetes Arbeiten. Wir verstehen uns so gut, weil wir dieselben Ziele haben. Das war schon immer so. Das hat sich mit dem Erfolg nicht verändert. Und wenn einer von uns mal ein anderes Ziel vor Augen hat, dann schafft er es ziemlich schnell, den anderen von seinen Gedanken, Ideen und Visionen zu überzeugen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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