Dass Billy Nomates eigene Song, inspiriert von Sleaford Mods aufnahm und ihr selbstbetiteltes Debütalbum mit dem Portishead-Protagonisten Geoff Barrow eingespielt wurde, war ihren bisherigen Veröffentlichungen nicht vordergründig anzuhören.

Auch dato lässt wenig darauf schließen, dass sie per „Mork N Mindy“ mit den Nottinghamern auf den Tisch gehauen hat, wie auch typische Zutaten aus der Bristoler Knisterküche fehlen, wenn Billy Nomates dem „Metalhorse“ die Sporen gibt.

Der Nachfolger der hochgelobten „CACTI„-Platte lädt zunächst per Titeltrack zum gemeinsamen Ausritt im Dreiviertel-Takt, bevor „Nothin Worth Winnin“ nahtlos in Elektro-Pop übergeht, der mit seiner Choreografie in den Achtzigern ganz vorn mit dabei gewesen wäre.

So geschmeidig ist das Werk nicht konzipiert, geht mit dem Plan ins Rennen, in 11 Kapiteln am Beispiel eines abgerockten Jahrmarkts das Sein in allen Höhen und Tiefen abzubilden, inklusive der Fähigkeit zu genießen, wenn nebenan die Tür der globalen Geisterbahn immer lauter klappert.

Wo „The Test“ noch mit hymnisch-euphorischen Gitarren unterwegs ist, bekommen die Nummern zunehmend eine folkige Färbung, als hätte Billy Nomates ihre „Plans“ geändert, denn punkige Ausflüge, die via „Balance Is Gone“ oder „Spite“ dem Vorgänger seine rotzige Attitüde verpassten, sind in dieser Runde eher selten.

Dafür spielt das Piano eine tragende Rolle. Tor Maries, wie Billy Nomates bürgerlich heißt, berichtet in Moll davon, dass „Life’s Unfair“ ist und bleibt, taucht mit der Ballade „Comedic Timing“ tief in die Verletzlichkeit der Seele ein, bleibt zwischen den weißen und schwarzen Tasten das Leben ein „Strange Gift“, das es zu nutzen gilt.

Mit „Dark Horse Friend“ erlebt das Album einen sehr persönlichen Moment. Hugh Cornwell von The Stranglers singt als Vertreter einer der Lieblingsbands ihres verstorbenen Vaters mit ihr einen gar nicht stillen Gruß für jemanden, der der Künstlerin stets Fels in der Brandung war.

Mit „Moon Explodes“ wirft Mandy Clarke von The Go! Team den Bassmotor an, treibt den dynamischen Schlussgalopp des „Metalhorse“ an, mit dem Billy Nomates längst beweist, dass sie mit ihm auch alle anderen Gangarten sicher beherrscht.

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