Vor zwei Tagen haben The Antlers ihre neue Single „Carnage“ vorgestellt. Ein erster Vorgeschmack auf das kommende Album „Blight“, das am 10. Oktober via Transgressive Records erscheint.

Mit ihrer typischen Nachdenklichkeit melden sich The Antlers um Sänger und Songwriter Peter Silberman mit dem neuen Album „Blight“ zurück. Ein Werk, das sich mit einer besonderen Form von Gewalt auseinandersetzt: jener, die nicht aus Bosheit, sondern aus Gleichgültigkeit entsteht. „Es geht um eine Art von Gewalt, die selten thematisiert wird“, erklärt Silberman. „Unschuldige Lebewesen werden zerstört, während ihre Welt mit der unseren kollidiert und wir merken es kaum.“

Mit Blight führen The Antlers die Entwicklung fort, die sie 2021 mit dem atmosphärisch dichten Album „Green To Gold“ eingeschlagen hatten. Laut MusikBlog-Review ein ruhiges, stimmungsvolles Werk, das mit sanfter Instrumentierung und meditativem Sound eine wohltuende Klanglandschaft schafft. Statt großer Gesten überzeugt es mit subtilem Zusammenspiel und einer warmen, fast heilsamen Grundstimmung.

Die neue Platte umfasst neun Songs, die sich thematisch um Umweltzerstörung, Konsumverhalten und das entfremdete Verhältnis des Menschen zur Natur drehen. Entstanden ist das Album größtenteils in Silbermans Heimstudio im ländlichen New York State. Spaziergänge durch abgelegene Felder lieferten Inspiration. Die kreative Arbeit sei von Einsamkeit geprägt gewesen – „wie auf einem verlassenen Planeten“, so Silberman. Diese Isolation prägt den Sound der Platte spürbar. „Blight“ wirkt verletzlich, melancholisch und gleichzeitig hoffnungsvoll.

Bekannt wurde die Band 2009 mit dem emotional aufgeladenen Konzeptalbum „Hospice“, das sich mit Verlust und psychischem Trauma auseinandersetzte. Seither sind The Antlers für ihre stilistische Vielseitigkeit bekannt: Vom elektronischen Indie auf „Burst Apart“ (2011) über den träumerischen Artpop von „Undersea“ (2012) bis zum soulig-melancholischen „Familiars“ (2014) blieb das Duo stets offen für neue Klangexperimente, ohne die emotionale Tiefe zu verlieren, die ihr Markenzeichen ist.

Nach einer längeren Pause, ausgelöst durch Silbermans schwerwiegende Hörprobleme, erschien 2017 sein Soloalbum „Impermanence“, bevor er sich wieder mit Schlagzeuger Michael Lerner zusammentat. Mit „Green To Gold“ klang die Band erstmals optimistischer, „Blight“ schlägt nun wieder existenziellere Töne an.

Neben der Arbeit am neuen Album war Silberman auch als Produzent aktiv, unter anderem für Wild Pink, und ist Teil des instrumentalen Projekts Cowboy Sadness. In all seinen jüngsten Werken ist ein zentrales Motiv unüberhörbar: die stille, aber stetige Auseinandersetzung mit einer Welt, in der die Natur zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät.

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