Øyvind Blomstrøm, Chris Holm und Kim Åge Furuhaug leben in unterschiedlichen Gegenden von Norwegen. Vereint als Orions Belte, gelingt den Norwegern mit „Pur Jus“ ein eindringlicher Longplayer voller rockender, dubbender und anderer stilistischer Einflüsse, die auf neun Tracks auch mal mehr als nur die Instrumente wirken lassen.

Schon das lässig eingetaktete „The Carneddau“ suhlt sich in funky Dubs und einem twangy Gitarrenspiel, in dem die 70er Jahre pulsieren.

Mit „Lakeside“ machen Orions Belte zu frohlockenden Gesängen einen Spaziergang. Der Wind flüstert, das Gras ist feucht und irgendwo im Wald hinter dem See steigt der letzte Nebel empor.

Das alles kann man beim Lauschen der harmonischen Akustikklänge vorfinden, die im Laufe des Spaziergangs auf einen eher steinigeren Weg wechseln, der uns ein paar rhythmische Treppen empor steigen lässt, die unweigerlich zum klanglichen Olymp von „Echo Chamber“ führen. Soulig schäkert dieser Track mit dem hallenden Gesang und seiner progressiven Spielfreude. Da ein wenig Funk, dort etwas Psychedelica-Gitarren und das alles in einem eindringlichem Klangkörper, voller Überraschungen.

Das trifft generell auf „Pur Jus“ zu, denn schon „Milk Champagne“ hört sich genauso an, wie der Titel klingt. Nach dem perlenden Edelgesöff, das spritzig die Extremitäten lockert und der einsetzenden Schwere nach einem Glas Milch. Groovt der Titel genreübergreifend in seinem ganz eigenen Flow, wünscht man sich, er möge doch endlich den Spannungsbogen lösen, den er um alle seine Facetten spannt. Ein wenig schade drum, nicht nur um den Champagner.

Lauernder mag da „Rev Super“ mit seinem anteasernden Bass und pulsgebender Percussion im Lo-Fi Downtempo schwelgen, bevor die Saiten die Rhythmik bringen und das Duett mit dem Bass weiterführen.

„I’ve been sitting in a rocket, watching the world below…“ sind die einleitenden Worte von „Lifeblood“, das sich als Satellit im eigenen Klangkosmos erweist und den besungenen „Flow“ des Lebens mit einem Dub-Rhythmus und spacy Klangeffekten findet.

Gut, dass uns „Spark“ mit seinem Bassgroove wieder zurück auf die Erde bringt. Breitbeinig cool im 70er Jahre Testosteronsoul eines Barry White posierend, zweigen Orions Belte ein wenig Americana-Rhythmen ab und finden den romantisch angehauchten Indie-Gesangspart.

„The Unshaken Frame“ bleibt dem Indie-Genre treu, holt aus einem Akkord das Bestmögliche und aus dem Dubrhythmus die Eindringlichkeit heraus. Dazu der wogende Gesangseinsatz, der – im Engtanz mit dem Saitenspiel agierend – sogar Latinoklänge befeuert. Das ist bodenständig exotisch, bringt dem Track dennoch eine interessante Vielseitigkeit.

Denn der folgende, abschließende Song „Fallin`Forever“ besinnt sich zurück auf das taktgebende Schlagzeug und die Psychedelica-Klänge. Locker beschwingt schwoft man, ein wenig besoffen von den umherschwirrenden Streichern, durch den spätsommerlichen Abend und verliert sich in den Weichen Daunen des Bettes, das einem das Gefühl des „Fallin`Forever“ gibt.

Orions Belte laden uns in einen Klangkosmos ein, der sich mit vielen Facetten präsentiert. Eindrucksvoll, dass jeder Titel das eigene Kopfkino anspricht und gar zelebriert. So findet man sich beim Waldspaziergang oder beim abendlichen Glas Whisky den Tag reflektierend wieder.

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