King Tuff hat gestern seine neue Single „Twisted On A Train“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von seinem neuen Album „Moo“, das am 27. März via eigenem Label MUP Records erscheint.

Kyle Thomas alias King Tuff schlägt ein neues Kapitel auf – oder besser gesagt: Er kehrt zu einem alten zurück. Mit „Moo“ zelebriert der Musiker aus Burlington, Vermont eine radikale Rückkehr zum Rock’n’Roll.

Für die Aufnahmen zog King Tuff zurück nach Vermont und besann sich auf seine Anfänge: Er benutzte dasselbe Tascam 388 Tonbandgerät, mit dem er einst sein Debüt „Was Dead“ (2008) einspielte, und griff zu seiner alten blauen Gibson SG.

Als wäre das noch nicht genug Vintage-Flair, legt er jedem Exemplar des Albums eine selbstgebastelte Zeitung namens „The Daily Moo“ bei.

„Twisted On A Train“, Opener und erste Single des Albums, markiert den Startschuss dieser klanglichen Zeitreise. Thomas beschreibt die Entstehung als befreiend: „Ich habe den ganzen Song innerhalb weniger Stunden geschrieben und aufgenommen.“

Statt monatelang am Computer zu tüfteln, sei es diesmal wie Malen gewesen. „Pure Freude“ statt Perfektionismus. Der Track erzählt von einer nächtlichen Zugfahrt von Tucson nach Los Angeles.

King Tuffs Philosophie klingt kompromisslos: „Rock’n’Roll ist die Musik von Nagetieren und Insekten. Es sollte so klingen, als käme es aus einer heruntergekommenen Mülltonne.“

Diese Rückbesinnung kommt nicht von ungefähr. Nach „Smalltown Stardust“ (2023) und „The Other“ (2018) fühlte sich Thomas verloren. Beide Alben hatten neue Wege beschritten, doch live wollte der Funke nicht überspringen. Bei jedem Konzert fieberte King Tuff seinen älteren, wilderen Songs entgegen.

Thematisch dreht sich „Moo“ hauptsächlich um die Liebe – Thomas verliebte sich kurz vor den Aufnahmen. Selbst der Song über Nagetiere und jener über einen Ölwechsel sind im Grunde Liebeslieder.

Bei seinem letzten Album „Smalltown Stardust“ hieß es im MusikBlog-Review noch: „Die von Liebe, Herzschmerz und Selbstfindung handelnden Texte sind in ihrem Witz und Ehrlichkeit in Kombination mit der bestimmten Form des Vortrages jedenfalls immer tagesform-abhängig und dann am besten, wenn man noch was vorhat mit dem Tag.“ Diesmal scheint die Tagesform deutlich stabiler.

Das von King Tuff selbst gedrehte und geschnittene Video zu „Twisted On A Train“ ist visueller Krach in Reinform: schnell blitzende Negativaufnahmen in Schwarz-Weiß, kaum erkennbare Textfetzen, die über den Bildschirm zucken, Nahaufnahmen des Sängers beim Performen, Eindrücke von Zügen, Bäumen und einer ausgelassenen Tanzeinlage. Kurzum: So chaotisch und lebendig wie das Album selbst.

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Album

Kaffkiez – Wir

News

MusikBlog präsentiert Cloth

Interview

Ich will mit jedem Song eine neue Welt entstehen lassen – Tyler Ballgame im Interview

Login

Erlaube Benachrichtigungen OK Nein, danke